Ärzte Zeitung, 17.11.2006

KOMMENTAR

Hausärzte sorgen für gute Impfraten

Von Wolfgang Geissel

Beim Grippeschutz ist Deutschland in Europa in einer Spitzenposition und nicht - wie so oft bei Impfungen - das Schlußlicht. Das ist das erfreuliche Ergebnis einer Umfrage zur Influenza-Impfung im vergangenen Winter.

Noch nie seit Einführung der Impfstoffe hatten sich in Deutschland so viele Menschen gegen Influenza impfen lassen wie im Jahr 2005. Das lag zum Teil an den Berichten über die Vogelgrippe vor einem Jahr. Außerdem war damals der Impfstoff knapp, und einige Menschen, die in normalen Jahren eher die Prophylaxe vergessen hatten, haben sich in Torschlußpanik dafür entschieden.

Es bleibt daher abzuwarten, ob sich dieses Jahr wieder 33 Prozent aller Erwachsenen und 59 Prozent der über 60jährigen gegen Influenza impfen lassen und so die Impfraten von 2005 erneut erreicht werden. Insgesamt war die Grippe-Impfung jedoch schon seit 14 Jahren in Deutschland immer populärer geworden: die Zahl der verimpften Dosen ist von etwa 2,5 Millionen im Jahr 1992 auf 13 Millionen 1999 und 20 Millionen im Jahr 2005 gestiegen.

Der häufigste Grund, warum sich in Deutschland ein Mensch für eine Grippe-Impfung entscheidet, ist, daß sein Arzt sie ihm empfiehlt. Die guten Impfraten sind deshalb vor allem auch den Hausärzten zu verdanken. Den Trend gilt es zum Wohle der Patienten weiter auszubauen. Die Zielvorgabe der WHO, im Jahr 2010 etwa 75 Prozent der alten Menschen gegen Grippe zu impfen, ist in Deutschland bereits in greifbare Nähe gerückt.

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