Ärzte Zeitung online, 17.10.2008

Erster Grippefall im Herbst - Robert Koch-Institut rät zur Impfung

BERLIN (dpa). Die Grippe ist in Deutschland angekommen. Nach dem ersten gemeldeten Grippefall in diesem Herbst rät das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) insbesondere älteren Menschen und medizinischem Personal zu einer baldigen Grippeschutz-Impfung. "Der Oktober und November sind gute Monate, um sich noch impfen zu lassen", sagte RKI- Sprecher Günther Dettweiler am Donnerstag.

Impfstoff sei mit 24 Millionen freigegebenen Dosen ausreichend vorhanden. Im Dezember und Januar sei die Grippewelle mit Sicherheit im Land. Die erste Meldung dieses Herbstes kam aus Baden-Württemberg. Sie sei ein Einzelfall, sagte Dettweiler. "Im Moment gibt es in ganz Deutschland noch keine Grippe-Aktivität."

In der Regel dauert es 14 Tage, bis nach einer Impfung der Grippe- Schutz vollständig aufgebaut ist. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt den Impfschutz insbesondere älteren Menschen, weil ihr Immunsystem die Erreger nicht mehr so gut abwehren kann. Auch Erwachsenen mit chronischen Grunderkrankungen wird die Impfung empfohlen. Doch auch Ärzte, Kranken- und Altenpfleger sollten sich impfen lassen, um die Viren nicht weiterzutragen. Die Impfung empfiehlt sich auch für Erwachsene, die im Beruf mit vielen Menschen zu tun haben. Die Kosten der Impfung werden für Personengruppen, für die eine Impfung empfohlen ist, nach RKI-Angaben von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Die vergangene Grippesaison sei im Vergleich zu den Grippejahren 2003/2004 und 2004/2005 schwach gewesen, sagte Dettweiler. Voraussagen über den kommenden Winter ließen sich nicht treffen. Das hänge ab von Faktoren wie der Witterung, dem Immunstatus der Bevölkerung und welche der drei Untertypen des Virus vorherrschten, erläuterte er. Eine starke Grippesaison kann in Deutschland mehrere tausend Todesfälle verursachen.

Für Fachkreise:

Kostenlose Antworten von Experten auf Fragen zum Thema Impfen gibt es für Fachkreise im Forum "Hotline Impfen"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »