Ärzte Zeitung online, 09.01.2009

Grippewelle rollt von Westen über Deutschland - Impfung noch möglich

BERLIN (dpa). Die Grippewelle rollt in dieser Saison früher als in den Vorjahren über Deutschland. Vor allem im Nordwesten werden nach Daten der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut (RKI) viele Atemwegerkrankungen registriert, darunter auch die echte Grippe.

Eine Grippeimpfung sei noch sinnvoll und werde vor allem älteren und geschwächten Menschen empfohlen, betonte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher am Freitag in Berlin. Haupterreger der diesjährigen Welle ist das Influenza-A-Virus H3N2. "H3N2-dominierte Wellen haben in der Vergangenheit schwerere Verläufe gezeigt", sagte Glasmacher.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte berichtete, der zirkulierende Stamm H3N2/Brisbane habe im Jahr 2007 in Australien eine schwere Grippewelle ausgelöst. In Europa seien bislang etwa 80 Prozent der untersuchten Influenzaproben von diesem Stamm. Aus Portugal, Spanien und von den britischen Inseln würden zum Teil sehr heftige Grippeausbrüche gemeldet. In Portugal würden manche Patienten inzwischen in Militärhospitälern behandelt, weil Klinikbetten knapp seien. Großbritannien erlebt den Verbandsangaben zufolge die schwerste Grippewelle seit neun Jahren. Auch für Kinder könne eine Impfung sinnvoll sein.

AG Influenza: http://influenza.rki.de

Europäisches Influenza-Überwachungssystem: www.eiss.org

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Vier von zehn Diabetes-Fälle ließen sich verhindern

Durch Abspecken von drei bis sechs Kilo in der Bevölkerung ließen sich 40 Prozent der Diabetesfälle verhindern. mehr »

Patientenakte wird zum Herzstück der Digitalisierung

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will bei der Digitalisierung weiter aufs Tempo drücken. Die elektronische Patientenakte wird dabei zum Motor der Vernetzung. mehr »

Lücken in der Hausarztmedizin wachsen

Gegenläufige Trends kennzeichnen die Bundesärztestatistik für 2016: Die Zahl der Ärzte erreicht ein neues Rekordhoch. Doch der Zuzug ausländischer Ärzte kompensiert die Probleme der Überalterung kaum. mehr »