Ärzte Zeitung online, 26.04.2009

Virologe fordert Aktionen gegen Schweinegrippe

HALLE (dpa). Der Virologe und Seuchenexperte Professor Alexander Kekulé aus Halle hat Vorsichtsmaßnahmen gegen die internationale Ausbreitung der in Mexiko grassierenden Schweinegrippe gefordert. "Obwohl das Risiko noch nicht genau bekannt ist, sollten wir nicht einfach abwarten wie das Kaninchen vor der Schlange. Wir müssen zumindest die Menschen warnen, die derzeit aus Mexiko einreisen."

Wichtig ist aus seiner Sicht eine Aufklärung an den Flughäfen über die ersten Symptome der Schweinegrippe mit einem Informationsblatt, die Identifizierung von Risikofällen mit einem Fragebogen und auch das Angebot, sich bei Beschwerden sofort am Flughafen untersuchen zu lassen.

"Damit kann man natürlich die Einschleppung der Seuche nicht sicher verhindern. Aber die Zahl der Menschen, die nichts ahnend einreisen und die Krankheit verbreiten, lässt sich deutlich reduzieren", so Kekulé in einer Mitteilung. Dadurch werde, falls es wirklich der Anfang einer Pandemie sei, die Zeit bis zum großflächigen Ausbruch in Deutschland verzögert. Die Menschen und die Behörden bekämen somit wertvolle Zeit für die Vorbereitung.

Eine genauere Einschätzung der Gefährlichkeit des neuen Influenzavirus ist laut Kekulé erst in einigen Tagen möglich. Wie gefährlich es sei, hänge davon ab, wie effektiv es von Mensch zu Mensch übertragen werde. Der zweite wichtige Faktor sei, wie gut die Impfungen der vergangenen Jahre gegen das neue Virus schützten.

"Gegen den Influenza-Typ H1N1 wurde seit vielen Jahren weltweit geimpft. Wir wissen jedoch nicht, ob und wie gut die Impfung gegen die neue Sorte hilft." Falls ein großer Teil der Erdbevölkerung teilweise eine solche Kreuzimmunität besitze, könne sich das neue Virus nicht so schnell ausbreiten.

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