Ärzte Zeitung online, 26.04.2009

Der Nationale Pandemieplan für Deutschland

BERLIN (dpa). Zur Abwehr einer außergewöhnlich gefährlichen Grippe gibt es in Deutschland einen Nationalen Pandemieplan. Er enthält unter anderem Vorschläge zu Impfungen, Arzneimitteln, der Koordination der medizinische Versorgung und zum Notfallmanagement. Die Krankheitsverbreitung wird - analog zur Einordnung der Weltgesundheitsorganisation WHO - in sechs Phasen unterteilt.

In der Zeit vor einem Ausbruch bei Menschen - der sogenannten Interpandemischen Periode in den Phasen 1 und 2 - untersuchen Experten zum Beispiel die Wirksamkeit von Medikamenten und stellen die Kapazitäten für die Impfstoff-Produktion sicher. Außerdem werden Empfehlungen für eine nationale Informationsstrategie ausgearbeitet.

Auf dem Alarmplan der WHO steht die Welt mit Blick auf die Schweinegrippe derzeit auf Stufe 3. Im deutschen Pandemieplan wird diese Phase als "Isolierung eines neuen Influenzasubtyps bei einem Menschen" beschrieben. Sie ist vor allem durch verstärkten Informationsaustausch nationaler und internationaler Stellen gekennzeichnet.

Erst in Phase 4 - "Stark lokalisierte Infektionen bei wenigen Menschen" - werden Krisenstäbe im Bundesgesundheits- und im Innenministerium einberufen.

In der "Pandemischen Warnperiode" der Phase 5, wenn "Lokalisierte Mensch-zu-Mensch-Übertragung" festgestellt ist, kann eine Kontrolle des Reiseverkehrs angeordnet werden. In Phase 6, wenn es eine "zunehmende und fortdauernde Übertragung in der Allgemeinbevölkerung" gibt, sollen Impfstoffe und Medikamente verteilt werden.

Lesen Sie dazu auch:
Weltalarm wegen der Schweinegrippe
Tropenarzt: Pandemie eher unwahrscheinlich
Die Pandemie-Alarmstufen der WHO
Virologe fordert Aktionen gegen Schweinegrippe
Brüssel tauscht Informationen zu Schweinegrippe aus

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »