Ärzte Zeitung online, 07.09.2009

Saisonale Grippe: Impfmüdigkeit bei medizinischem Personal

FRANKFURT / MAIN (dpa). Weniger als jeder dritte Beschäftigte im deutschen Gesundheitswesen lässt sich einer Studie zufolge gegen Grippe impfen. Die Autoren vom Universitätsklinikum Frankfurt / Main empfehlen daher, über eine Impfpflicht für Beschäftigte nachzudenken, die immungeschwächte Patienten betreuen. Außerdem kann die Pflicht für Nicht-Geimpfte, Mundschutz zu tragen, die Impfquote erhöhen.

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Foto: dpa - Bildfunk

Die Impfung gegen Influenza-Viren gelte als sicher und effektiv, schreiben die Autoren um Dr. Sabine Wicker. Zudem verhindere sie, dass Krankenhaus-Personal Grippe-Viren auf Patienten überträgt. Es müssten allerdings mindestens 50 Prozent der Beschäftigten geimpft sein, betonen die Verfasser, die vor allem Fachartikel zum Thema ausgewertet hatten (Dtsch Arztebl Int 106, 2009, 567).

Wer sich impfen lässt, tut dies in erster Linie, um sich selbst zu schützen, wie anonyme Fragebogenerhebungen am Frankfurter Universitätsklinikum ergaben. Zweitwichtigster Grund sei die Sorge um die eigene Familie, Freunde und Kollegen. Erst an dritter Stelle stand demnach die Besorgnis um die Patienten.

Die häufigsten Gründe, die von Impfverweigerern angeführt wurden, waren: Sie sahen kein Risiko für sich selbst, sie hatten Angst vor Nebenwirkungen und sie bezweifelten, dass der Impfstoff einen ausreichenden Schutz bietet.

Mit einer Dienstanweisung an alle ungeimpften Mitarbeiter, eine Mundschutzmaske zu tragen, konnte die Impfquote in der Grippesaison 2008/09 am Uniklinikum der Goethe-Universität erhöht werden: Innerhalb von zehn Tagen stieg die Durchimpfungsrate von 33 auf fast 58 Prozent.

Zur Studie "Impfung gegen die klassische Influenza bei medizinischem Personal: Selbstschutz und Patientenschutz"

Lesen Sie dazu auch:
Ärzte verzichten meist auf Influenza-Schutz

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