Ärzte Zeitung online, 24.11.2009

Gemeinsam gegen Grippe: Die deutschen Influenzaforscher treffen sich

BERLIN (eb). Warum breiten sich die Schweinegrippe-Viren so schnell aus? Warum sind H5N1-Influenza-Viren für den Menschen so gefährlich? Welche Influenza-Viren zirkulieren bei Wildvögeln in Deutschland? In Berlin diskutieren vom 22. bis 24. November mehr als 100 Influenzaforscher aktuelle Forschungsergebnisse.

Ein Schwerpunkt der Tagung liegt auf der Interdisziplinarität. So tauschen sich zum Beispiel Kliniker mit Virologen, Epidemiologen und Impfstoffexperten aus. In Deutschland haben die Verbünde Forschungssofortprogramm Influenza (FSI) und FluResearchNet (FRN) wichtige Beiträge zur Vorbereitung auf eine Pandemie geleistet, die im April 2009 mit dem neuen Schweinegrippe-Virus dann auch aufgetreten ist. So konnte das Nationale Referenzzentrum (NRZ) für Influenza am Robert Koch-Institut innerhalb weniger Tage nach Bekanntwerden des H1N1-Ausbruchs einen spezifischen Test für das neue Virus etablieren und anderen Laboratorien zur Verfügung stellen.

Die Forscher diskutieren bei der Tagung unter anderem die Möglichkeiten und Schwierigkeiten, einen breit wirksamen Grippe-Impfstoff zu entwickeln, der auch gegen Virenstämme aus dem Tierreich schützen könnte.

Das universitäre FluResearchNet (FRN) wird von der Universität Münster koordiniert. Dort wurde eine neue Strategie entwickelt, um die explosionsartige Vermehrung von Grippeviren zu blockieren, indem ihnen die Unterstützung der Wirtszelle entzogen wird. Im Unterschied zu gegenwärtig zugelassenen Virustatika scheinen sich die Viren gegen dieses Vorgehen kaum durch genetische Mutationen wehren zu können, und daher wird eine Resistenzbildung als sehr unwahrscheinlich angesehen.

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