Ärzte Zeitung online, 29.12.2009

Grippeimpfung schützt Bewohner von Seniorenheimen

SYDNEY (hub). Die Grippeimpfung ist bei Bewohnern von Seniorenheimen effektiv. Dies gilt selbst dann, wenn die Virusstämme im Impfstoff nicht korrekt mit den zirkulierenden Virusstämmen übereinstimmen.

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Vor allem Ältere profitieren von der jährlichen Grippeimpfung.

Foto: klaro

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie an der Universität von Sydney mit knapp 290 gegen Influenza geimpften und 60 nicht geimpften, gebrechlichen Bewohnern von Seniorenheimen. Das mittlere Alter lag bei 81 Jahren. Ausgewertet wurden die Daten der Grippesaison 2007. Damals zirkulierten auf der Südhalbkugel Driftvarianten von H1N1- und H3N2-Influenzaviren. Die in der Vakzine enthaltenen Stämme stimmten mit diesen Driftvarianten nicht komplett überein.

Trotzdem war die Grippeimpfung effektiv: So gab es bei den geimpften Bewohnern 40 laborbestätigte Grippeerkrankungen, das entspricht einer Rate von 14 Prozent. Bei den Ungeimpften gab es 14 Grippeerkrankungen, das entspricht einer Rate von 24 Prozent. Daraus errechneten die Autoren eine Effektivität der Grippeimpfung von 61 Prozent (Vaccine 28, 864, 864).

Auch die Hospitalisierungsrate wegen Lungenentzündungen oder grippeähnlicher Erkrankungen war bei den Geimpften mit drei Prozent geringer als bei den Nichtgeimpften mit zehn Prozent. Ähnlich die Sterberate, die bei vier versus sieben Prozent lag. Die Studienautoren errechten folgende Schutzraten für die Grippeimpfung: in Bezug auf Hospitalisierung von 82 Prozent, für Tod von 75 Prozent.

Die Impfrate bei den Bewohnern von Seniorenheimen wurde in der Studie mit 60 bis 100 Prozent angegeben, die Impfrate bei den Beschäftigten mit 11 bis 33 Prozent. Ungeimpfte Kontaktpersonen können Grippeviren verbreiten, Mitarbeiter von Einrichtungen wie Seniorenheimen sind daher eine Zielgruppe der Grippeimpfung.

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