Ärzte Zeitung online, 10.10.2014

Studie

Grippe-Herd Frankfurter Flughafen

Das Risiko, sich mit dem Grippe-Virus zu infizieren, liegt in Frankfurt einer Studie zufolge deutlich höher als an anderen internationalen Großflughäfen.

SAARBRÜCKEN. Bei Flugreisen über den Knotenpunkt Frankfurt ist das Risiko für Passagiere, sich etwa mit einer Grippe anzustecken, größer als bei Flügen über andere internationale Airports.

Das haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Informatik in Saarbrücken aufgrund eines komplizierten Rechenmodells zur Ausbreitung von Pandemien durch die Zunahme des weltweiten Luftverkehrs ermittelt.

Die Forscher entwickelten auf Grundlage einer Datenbank von 3458 Flughäfen mit 68.620 Flugverbindungen und 171 Flugzeugtypen eine Maßzahl für das Pandemie-Risiko.

Danach liegt das Verbreitungsrisiko für Frankfurt bei einem Wert von 100 und damit höher als für andere Großflughäfen wie New York (JFK/91), London (Heathrow/92) oder Peking (97), wie Instituts-Mitarbeiter Glenn Lawyer am Donnerstag berichtete.

Der Grund dafür liegt den Angaben zufolge in der besonders engen Vernetzung des größten deutschen Flughafens.

Frankfurt habe besonders viele gute Verbindungen zu anderen ebenfalls gut angebundenen Flughäfen, sagte Lawyer. (dpa)

[13.10.2014, 13:48:35]
Dr. Horst Grünwoldt 
Frankfurt - Krankfurt?
Die Informatiker des MPI in Saarbücken mögen ja recht haben, wenn sie statistisch feststellen, daß der Transit-Knotenpunkt Rhein-Main-Flughafen ein Treff für alle Grippevirus-Stämme der Welt darstellt.
Das läßt sich gewiß auch empirisch beobachten, da er innerhalb Deutschlands der größte Tummelplatz für Menschen aus aller Welt ist.

Daß damit Frankfurt am Main als Influenza-Seuchenherd noch unschlagbar vor dem "flu" Hafen London-Heathrow und New York J.F.K. liegen soll, erscheint eher unwahrscheinlich. Dafür dürfte nicht nur die Aufklärung durch unseren großartigen Dr. Schätzler hinweisen, sondern vor allem die tatsächlichen Fluggast-Zahlen, die auf beiden Welt-Großflughäfen die Frankfurt-Traumquote von rd. 50 Millionen Geflogene per annum jeweils noch weit übertreffen.
Haben denn die Saarbrücker Statistiker an den drei genannten Großflughäfen tatsächlich mal alle Huster und Nießer erfaßt? Oder doch bloß ein fiktives Netzwerk zum Einfang von Grippeverdächtigen erdacht?
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock zum Beitrag »
[11.10.2014, 12:23:54]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Eine wieder einmal völlig verkorkste dpa-Meldung!
Abweichungen gegenüber dem als "Grippe-Herd" zu 100 Prozent diffamierten Frankfurter Rhein-Main Flughafen (FRAPORT)
• von minus 9 Prozent beim John F. Kennedy Airport in New York,
• von minus 8 Prozent beim Londoner Flughafen Heathrow und
• von minus 3 Prozent beim Zentralflughafen in Peking sind
selbst für blutige Statistik-Anfänger auf den ersten Blick als n i c h t signifikant erkennbar.

In der Gauss' schen Verteilungskurve erreichen sie nicht mal die einfache Standard-Abweichung.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »