Ärzte Zeitung online, 18.02.2010

Warum töten Mikroben, und was kann man dagegen tun?

Festwoche "Gesundheitsschutz 100 Jahre nach Robert Koch" beginnt am 27. Mai

BERLIN (eb). Vor hundert Jahren, am 27. Mai 1910, starb Robert Koch. Mit einer Festwoche erinnert das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeinsam mit anderen Institutionen an den nobelpreisgekrönten Forscher und diskutiert Herausforderungen für den Gesundheitsschutz der Zukunft.

Warum töten Mikroben, und was kann man dagegen tun?

Helicobacter pylori - mit Magenkrebs assoziiert. © Abbott / Nycomed

Drei der fünf Veranstaltungen wenden sich an die breite Öffentlichkeit:

  • die Vortragsveranstaltung "Warum töten Mikroben, und was kann man dagegen tun?" (27. Mai),
  • der Kindertag "Forschen wie die Großen" (30. Mai) und
  • die Ausstellung "MenschMikrobe", gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Eröffnet wird die Festwoche durch Dr. Philipp Rösler, Bundesminister für Gesundheit, im Rahmen einer Veranstaltung zu Leben und Wirken Robert Kochs am 27. Mai 2010, teilt das RKI mit. Das Jubiläum sei auch Anlass, die gesammelten Werke von Robert Koch übers Internet abrufbar zu machen und das bislang nur eingeschränkt zugängliche Museum im RKI regelmäßig zu öffnen: montags von 10 bis 16 Uhr und weiterhin nach Anmeldung.

Vorträge zu Tuberkulose und Grippeviren

Die Vortragsveranstaltung "Warum töten Mikroben, und was kann man dagegen tun?" am 27. Mai 2010 (16.30 Uhr) wird in Kooperation mit der Robert-Koch-Stiftung durchgeführt. In zwei Vorträgen berichten im Roten Rathaus in Berlin Forscher über zwei der weltweit wichtigsten Krankheitserreger: Die Grippeviren beleuchtet der aus Österreich stammende und in New York arbeitende Virologe Peter Palese, der sich seit Langem sehr erfolgreich mit der genetischen Analyse der Influenzaviren befasst. Palese ist auch Träger des renommierten Robert-Koch-Preises der Robert-Koch-Stiftung.

Den zweiten Vortrag hält Stefan Kaufmann, Direktor am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin und Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften. Kaufmann erforscht seit Jahren die krankmachende Wirkung von Tuberkulose-Bakterien und hat auch einen vielversprechenden Kandidat-Impfstoff gegen Tuberkulose entwickelt. Selbst hundert Jahre nach dem Tod von Robert Koch, der die Tuberkelbazillen 1882 entdeckte, sterben weltweit fast zwei Millionen Menschen im Jahr an Tuberkulose. Auch in Deutschland gebe es jedes Jahr mehrere hundert Todesfälle, so das RKI.

Türen auf für Kinder und Jugendliche am 30. Mai

Am 30. Mai 2010 (10 bis 17 Uhr) veranstaltet das RKI zum zweiten Mal nach 2006 einen Kindertag. Die Kinder und Jugendlichen können im Labor forschen wie die Großen, zum Beispiel beim Isolieren von Erbsubstanz aus Früchten, bei der Bakterienabwehr durch Händewaschen oder beim Blick durch das Elektronenmikroskop. Zu den weiteren Angeboten zählen eine Kinder-Uni, Filme aus Wissenschaft und Forschung im ehemaligen Koch'schen Arbeitszimmer. Sie können auch mit RKI-Wissenschaftlern direkt ins Gespräch kommen oder die RKI-Ausbildungsexperten nach Ausbildungsangeboten im Institut fragen.

Die Karrierechancen des Wissenschaftlichen Nachwuchses stehen am 28. Mai 2010 im Mittelpunkt eines Symposiums, das gemeinsam mit der Robert-Koch-Stiftung veranstaltet wird. Die Robert-Koch-Stiftung vergibt in Zusammenarbeit mit den Fachgesellschaften für Hygiene und Mikrobiologie, Immunologie sowie Virologie jährlich drei Postdoktorandenpreise an den wissenschaftlichen Nachwuchs für herausragende Arbeiten in diesen Themenbereichen. Eine Reihe der jüngsten Träger des Robert-Koch-Postdoktoranden-Preises präsentiert vormittags ihre aktuellen wissenschaftlichen Ergebnisse, am Nachmittag folgt eine Podiumsdiskussion, unter anderem mit Professor Jürgen Zöllner, Berliner Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

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