Ärzte Zeitung, 19.04.2010

Impfung gegen Pneumokokken - weniger Tote

Studie bestätigt Nutzen der Pneumokokken-Vakzine

TSU (hub). Knapp zwei Drittel weniger Lungenentzündungen durch Pneumokokken, keine Todesfälle durch Pneumokokken-Pneumonien: Das ist das Ergebnis einer Interventionsstudie mit Bewohnern von Seniorenheimen in Japan.

Impfung gegen Pneumokokken - weniger Tote

Senioren profitieren von der Impfung gegen Pneumokokken. © bilderbox / fotolia.com

Je 500 Heimbewohner im mittleren Alter von 85 Jahren erhielten eine Impfung gegen Pneumokokken mit Polysaccharid-Impfstoff (in Deutschland Pneumovax® 23) oder Placebo. Der Beobachtungszeitraum betrug zwei Jahre (BMJ online). Die Ergebnisse:

  • Pneumonien: Knapp 13 Prozent der geimpften und 21 Prozent der ungeimpften Teilnehmer erkrankten an einer Lungenentzündung. Das Verhältnis pro 1000 Patientenjahre (PJ) lag demnach bei 55 versus 91.
  • Pneumokokken-Pneumonien: An Lungenentzündungen durch Pneumokokken erkrankten 2,8 Prozent der geimpften und 7,3 Prozent der Ungeimpften, pro 1000 PJ ausgedrückt: 12 versus 32. Die Erkrankungsrate ist in der Impfgruppe damit um fast zwei Drittel geringer.
  • Tod durch Pneumokokken-Pneumonien: Von jenen Patienten, die an einer Lungenentzündung durch Pneumokokken erkrankten, starb in der ungeimpften Gruppe jeder Dritte (13 von 37), in der Impfgruppe jedoch keiner.

Die Sterberate durch Lungenentzündungen insgesamt war zwischen den beiden Gruppen nicht signifikant verschieden. Das Gleiche galt auch für die Gesamtsterberate.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Stoppt das Hadern, impft die Alten!

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »