Ärzte Zeitung, 18.05.2007

Salmonellen-Epidemie in Klinik weitet sich aus

30 Patienten und Mitarbeiter neu erkrankt / Sechs Tote

FULDA (pid). Die Salmonellen-Epidemie am Klinikum Fulda hat sich weiter ausgebreitet. In dieser Woche seien 30 weitere Neuinfektionen festgestellt worden, teilte die Klinikumsleitung bei einer Pressekonferenz mit.

Bei 21 Patienten und neun Mitarbeitern seien Salmonellen im Stuhl nachgewiesen worden. Damit hat sich die Gesamtzahl der Infizierten auf 117 Patienten und 70 Mitarbeiter erhöht. Die Klinikumsleitung hat als Sofortmaßnahme eine Schließung der Krankenhausküche angeordnet. Seit Mittwoch werden die Patienten stattdessen mit Fertigmahlzeiten eines externen Lieferanten versorgt.

Die neu erkrankten Patienten befanden sich überwiegend auf zwei der insgesamt 29 Stationen. Diese Stationen werden komplett geräumt, ihre Einrichtungen sollen untersucht werden. Die mit Salmonellen infizierten Patienten werden auf einer abgeschlossenen Station isoliert und von einem speziellen Personalkern betreut. Sie dürfen bis auf weiteres lediglich von Verwandten besucht werden.

Im ebenfalls betroffenen Seniorenzentrum Heilig Geist wurden dagegen keine Neuinfektionen festgestellt. Dort waren insgesamt 23 Bewohner und zwei Mitarbeiter erkrankt. Auch diese Einrichtung, die bislang von der Klinikumsküche beliefert wurde, wird jetzt kurzfristig über einen externen Lieferanten mit Mahlzeiten versorgt. Die Ursache der Salmonellen-Epidemie ist indes weiter unklar. Das Klinikum hat zur Klärung dieser Frage jetzt auch das Hessische Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen in Dillenburg hinzugezogen. Bei den bisherigen Untersuchungen der Küche wurden keine Salmonellen nachgewiesen. Die Behörden wollen nun auch noch die zurückgestellten Lebensmittel untersuchen.

Insgesamt hatte es seit den ersten festgestellten Salmonellen-Infektionen Ende April sechs Todesfälle von infizierten Patienten und Altenheimbewohnern gegeben. Von den drei Todesfällen im Klinikum steht nach Angaben der Klinikumsleitung aber nur der Tod einer Patientin möglicherweise im mittelbaren Zusammenhang mit der Infektion.

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