Ärzte Zeitung, 24.09.2008

Gewinner des Prix Galien Spanien 2007. Kandidat für den Prix Galien International 2008.
Hier stellt sich der Kandidat vor.

Die Studien

Rotaviren - häufigste Erreger von Gastroenteritiden bei Kindern

Schwere Rotavirus-Gastroenteritiden werden mit RotaTeq® zu 98 Prozent verhindert.

Der pentavalente Schluckimpfstoff kann Säuglinge ab einem Alter von sechs Wochen vor Gastroenteritiden durch die fünf häufigsten Rotavirus-Serotypen G1, G2, G3, G4 und G9 (P[8]) schützen. Die Schleimhaut-vermittelte Immunantwort wird genau dort erzeugt, wo auch die Infektion mit den Wildviren stattfindet: im Epithel des Dünndarms. Der pentavalente Rotavirus-Impfstoff wurde im Februar 2006 von der US-amerikanischen FDA und im Juni 2006 von der europäischen EMEA zugelassen.

Die Zulassungsstudie REST (Rotavirus Efficacy and Safety Trial) ist eine der größten Impfstoffstudien überhaupt. Es wurden zur Ermittlung von Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit mehr als 70 000 Säuglinge im Alter von sechs bis zwölf Wochen in die Studie aufgenommen. Bei mehr als 57 000 Säuglingen wurde die Wirksamkeit hinsichtlich Krankenhauseinweisungen und Notfallbehandlungen infolge von Rotavirus-verursachten Gastroenteritiden bewiesen.

Die Kinder erhielten die pentavalente Rotavirus-Vakzine oder Placebo - und zwar dreimal im Abstand von vier bis zwölf Wochen (NEJM 354, 2006, 23). Die Zahl von Krankenhauseinweisungen und Notfallbehandlungen wegen Rotavirus-Gastroenteritis war in der Impfgruppe um 95 Prozent niedriger als in der Placebogruppe. In einer Subgruppe von 5686 Säuglingen wurde die Wirksamkeit gegen schwere Rotavirus-Gastroenteritiden gezeigt. Sie lag bei 98 Prozent.

Aus Impfgruppe mussten weniger Kinder ins Krankenhaus.

Darminvaginationen waren in beiden Gruppen selten. Innerhalb eines Jahres nach der ersten Impfung gab es in der Impfgruppe 12 und in der Placebogruppe 15 solcher Ereignisse. Davon ereigneten sich sechs (Impfgruppe) und fünf (Placebogruppe) Invaginationen innerhalb von 42 Tagen nach Gabe von Impfstoff oder Placebo. Die Sicherheit und gute Verträglichkeit des pentavalenten Rotavirus-Impfstoffs wurde mit den Studien belegt.

Auch die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) stellten seit der allgemeinen Empfehlung des pentavalenten Rotavirus-Impfstoffs im Februar 2006 fest: Nach Impfung mit RotaTeq® ist die Zahl an Darminvaginationen nicht erhöht (MMWR, 16. März 2007). Solche Darminvaginationen waren der Grund, aus dem ein anderer Rotavirus-Impfstoff im Jahr 1999 in den USA vom Markt genommen wurde.

Experten gehen davon aus, dass fast jedes Kind im Alter bis zu fünf Jahren eine Rotavirus-Infektion durchmacht. Die Mehrzahl der Erkrankungen findet dabei in den ersten zwei Lebensjahren statt, wenn die Kinder besonders empfindlich sind. Das Spektrum der Erkrankung ist breit: von der asymptomatischen Form bis hin zur schweren Gastroenteritis mit lebensbedrohlicher Exsikkose.

Bis zu 20-mal Durchfall und Erbrechen innerhalb eines Tages können möglich sein. Gastroenteritiden durch Rotaviren verlaufen in der Regel schwerer als jene durch andere Erreger. In Deutschland erkranken jährlich mehr als 400 000 Kinder, etwa 20 000 müssen wegen des schweren Verlaufs der Erkrankung stationär behandelt werden.

Weitere Beiträge zur Serie:
"Innovationen - Forschung in Deutschland und international"
Folge 26:


Folge 25:


Folge 24:


Folge 23:



Folge 22:









Folge 21:









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