Ärzte Zeitung, 24.09.2008

Praxis


Gewinner des Prix Galien Spanien 2007. Kandidat für den Prix Galien International 2008.
Hier stellt sich der Kandidat vor.

"Endlich gibt es wieder eine Schluckimpfung!"

Das breite immunologische Spektrum von RotaTeq® bringt in der Praxis einen großen Vorteil.

"Die Impfung gegen Rotaviren wird die Qualität der kinderärztlichen Versorgung deutlich verbessern", sagt Privatdozent Markus Rose. Schon 1991 hatte die WHO die Bedeutung der Rotaviren für die Kindersterblichkeit betont und die Entwicklung von Impfstoffen gefordert. "Und jetzt haben wir diese Impfstoffe endlich auch in Deutschland", freut sich der Pädiater vom Uniklinikum Frankfurt am Main.

Die neue pentavalente Vakzine unterscheidet sich grundlegend von anderen Impfstoffen. Viele andere Vakzine enthalten Virusbestandteile oder Viren, die durch Modifikation die Pathogenität eingebüßt, aber die Immunogenität erhalten haben - sie wurden attenuiert.

RotaTeq® jedoch ist eine Reassortante: Mit einem Gerüst eines Kälber-Rotavirus - für Menschen nicht pathogen - werden die immunogenen Merkmale der fünf häufigsten humanpathogenen Rotaviren kombiniert. So entsteht ein hoch innovativer Impfstoff, der bei guter Verträglichkeit und Sicherheit einen effektiven Impfschutz induziert. Das wurde auch in der Routine-Anwendung in den USA mit 15 Millionen umgesetzten Impfdosen belegt.

"Da das Spektrum zirkulierender Rotaviren regional und zeitlich variiert, ist ein breites Wirkspektrum wie beim pentavalenten Impfstoff sehr attraktiv", sagt Rose. Die Vakzine decke ein breites Spektrum klinisch relevanter Rotaviren ab.

Die pentavalente Vakzine ist gebrauchsfertig.

"Endlich gibt es auch mal wieder eine Schluckimpfung", sagt Rose. Diese Applikationsform sei wegen der Impferfolge gegen Polio noch immer positiv besetzt. Die Impfung tue nicht weh und sie könne zusammen mit den anderen Impfungen der jeweiligen nationalen Impfpläne erfolgen. Die Lösung des pentavalenten Impfstoffs sei zudem hoch viskös: Selbst Erbrechen nach Verabreichung sei kein Problem. Auch gleichzeitiges Stillen beeinträchtige trotz der in Muttermilch enthaltenen Antikörper den Impferfolg nicht.

Ein weiteres Plus der pentavalenten Rotavirus-Vakzine sei ihre benutzerfreundliche Anwendung: Sie ist gebrauchsfertig. Die Lösung befindet sich in einer Art Mini-Klistier. Die Kappe muss nur abgedreht und der Impfstoff dem Kind in den Mund gegeben werden.

Bedenken von Eltern, ihre Kinder würden insgesamt zu viele Impfungen erhalten, teilt Rose nicht. "Gegenüber früher sind die heutigen Impfstoffe doch Quantensprünge in Hinsicht Reinheit und Qualität." Die Belastung des kindlichen Organismus bei einer natürlichen Infektion liege um Zehnerpotenzen höher. "Und die Kinder können auch noch potenziell lebensbedrohlich erkranken."

Rose hofft, dass Deutschland wie andere Industrieländer die Rotavirus-Impfung zügig in seine Impfpläne aufnimmt. "Die etwa 150 Euro sind gut investiert in die Gesundheit unserer Jüngsten." Fortschritt müsse es auch für Entwicklungsländer geben, denn dort sind Durchfallerkrankungen eine der häufigsten Todesursachen. Erstmalig werde RotaTeq® über internationale Hilfsprogramme (GAVI), die verbilligt Impfstoffe bereitstellen, auch in Ländern wie zum Beispiel Nicaragua eingeführt. (eb)

Weitere Beiträge zur Serie:
"Innovationen - Forschung in Deutschland und international"
Folge 26:


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Folge 24:


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