Ärzte Zeitung online, 26.11.2008

Passagiere haben Noroviren-Schiff auf dem Rhein verlassen

BOPPARD/SIMMERN (dpa). Die Passagiere des britischen Urlaubsschiffs "Lady Anne", das wegen Noroviren auf dem Rhein bei Boppard festliegt, haben am Mittwoch das Schiff verlassen. Vielen der Patienten gehe es mittlerweile wesentlich besser, berichtete der Gesundheitsdezernent des Rhein-Hunsrück-Kreises, Christian Keimer. Die meisten Passagiere hätten die Rückreise nach England angetreten.

Für den Notfall reiste medizinisches Personal des Deutschen Roten Kreuzes mit in den Bussen.

Insgesamt waren rund 40 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Brechdurchfall erkrankt. 19 wurden in Krankenhäusern behandelt (wie berichtet). Das Schiff mit insgesamt 110 Menschen an Bord ankert seit Montag auf dem Rhein.

Neun Patienten waren am Mittwoch noch nicht transportfähig und mussten in Deutschland im Krankenhaus bleiben, wie eine Sprecherin des Rhein-Hunsrück-Kreises berichtete. Für deren Angehörige würden Unterkünfte in Boppard gesucht. An Bord der "Lady Anne" befanden sich am Nachmittag noch einige Besatzungsmitglieder sowie eine Ärztin des Gesundheitsamts, die das Kabinenschiff auf die Desinfektion vorbereiten sollten.

Noroviren werden durch direkten Kontakt mit den Erkrankten übertragen. Möglich sind aber auch sogenannte Schmierinfektionen über Waschbecken, Türgriffe oder Toiletten. Bei der Krankheit treten 10 bis 50 Stunden nach einer Infektion starke Übelkeit, plötzlich einsetzendes Erbrechen, Bauchkrämpfe und Durchfälle auf.

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