Ärzte Zeitung online, 13.01.2009

28 Cholera-Tote in Sambia - Ärzte fordern UN zum Handeln auf

LUSAKA (dpa). Die aus Simbabwe übergreifende Cholera hat im Nachbarland Sambia zum Tod von mindestens 28 Menschen geführt. Rund 2000 Menschen seien daran erkrankt, erklärte am Dienstag der Sprecher des sambischen Gesundheitsministeriums, Cannisius Banda. Im Rundfunk machte er dafür den Personenverkehr mit Simbabwe sowie mangelhafte Hygiene im eigenen Land verantwortlich.

Sambia werde aber seine Grenzen zu Simbabwe nicht schließen, sondern ins Land strömende Patienten versorgen. Den Plan der Regierung, das Gesundheitssystem des Nachbarlands mit 400 000 Dollar (300 000 Euro) zu unterstützen, hat die Opposition stark kritisiert. Sie will das Geld für die Cholera-Bekämpfung im eigenen Land nutzen.

In Simbabwe sind seit August 2008 knapp 1800 Menschen an der Cholera gestorben und rund 34 000 weitere erkrankt. Auch Nachbarländer wie Südafrika oder Malawi leiden zunehmend unter der Ausbreitung der Krankheit. Die Hilfsorganisation Ärzte für Menschenrechte (Physicians for Human Rights/PHR) forderte angesichts eines völligen Zusammenbruchs des simbabwischen Gesundheitssystems dessen Übernahme durch die Vereinten Nationen.

Auf einer Pressekonferenz in Johannesburg in Südafrika erklärte PHR-Geschäftsführer Frank Donahue bei der Vorstellung eines Berichts zur Situation im Lande: "Wir sind der Ansicht, dass das gesamte Gesundheitssystem - Wasser, Abwasser usw. - der internationalen Gemeinschaft übergeben wird." Es gebe weder öffentliche Krankenhäuser noch könnte sich das medizinische Personal angesichts der Not im Lande die Fahrt zur Arbeit leisten. Es gebe kaum Medikamente und auch keine klare Politik zur Bekämpfung der Epidemie. "Es gibt endlose Anzeichen für ein gescheitertes Gesundheitssystem", erklärte Donahue nach einem Besuch in Simbabwe.

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