Ärzte Zeitung, 22.01.2009

Kommentar

Mehr Biss für die Impfkommission!

Von Michael Hubert

500 000 Säuglinge und Kleinkinder erkranken pro Jahr in Deutschland an einer Gastroenteritis durch Rotaviren. Bedauerlich, denn es gibt hochwirksame Impfstoffe. Was fehlt, ist eine allgemeine Impfempfehlung.

Dabei ist die Datenlage klar: Die Rotavirus-Impfung verhindert effektiv Erkrankungen durch die Erreger. Stationäre Behandlungen bei schweren Rotavirus-Gastroenteritiden werden zu 98 Prozent verhindert - belegen Studien. Zudem wurde errechnet, dass eine stationäre Behandlung Gesamtkosten von 2100 Euro verursacht. Um eine solche Behandlung zu verhindern, müssten nur 35 Säuglinge geimpft werden.

Welche andere medizinische Maßnahme ist so (kosten-) effektiv wie Impfungen? Diese Argumente sollten jetzt die Impfkommission STIKO veranlassen, mehr Biss zu zeigen. Deutschland braucht endlich die Impfempfehlung gegen Rotaviren. Damit, wie etwa in Österreich, die Erkrankungszahlen deutlich sinken. Solange die STIKO sich hier zahnlos zeigt, bleibt Eltern nur, die Kosten selbst zu tragen.

Lesen Sie dazu auch:
Rotavirus-Impfung kann viele Behandlungen ersparen

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