Ärzte Zeitung online, 29.01.2009

Fast 60 000 Cholera-Kranke in Simbabwe - 7000 Fälle in Südafrika

JOHANNESBURG/GENF (dpa). Im afrikanischen Krisenstaat Simbabwe sind nach UN-Angaben schon fast 60 000 Menschen an Cholera erkrankt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO berichtete am Mittwoch von 57 702 Erkrankten und 3028 Cholera-Toten.

Mit Blick auf den Zusammenbruch des öffentlichen Dienstes in Simbabwe forderten Politiker im Nachbarland Südafrika erneut die schnelle Bildung einer Koalitionsregierung unter Einbeziehung der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) von Morgan Tsvangirai.

Die Katholische Bischofskonferenz für das Südliche Afrika (SACBC) forderte den Rücktritt von Präsident Robert Mugabe (84), damit glaubwürdige Neuwahlen abgehalten werden könnten. Der südafrikanische Staatenbund SADC müsse endlich aufhören, Mugabe weiter zu stützen. "Die Bischöfe haben davor gewarnt, dass die Situation in Simbabwe so schlimm wird, dass Passivität des SADC der Unterstützung eines "passiven Genozids" in Simbabwe gleichkäme", erklärte der Sprecher der Bischofskonferenz, Chris Townsend.

Auch in Südafrika greift die gefährliche Durchfallerkrankung weiter um sich. Fast 7000 Menschen seien inzwischen erkrankt, 39 bereits an Cholera gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Betroffen sind zwar mittlerweile alle Provinzen, doch breitet sich die Krankheit vor allem in den nördlich gelegenen ländlichen Gebieten mit schlechter Infrastruktur aus. Regionale Schwerpunkte sind die an Simbabwe grenzenden Provinzen Limpopo (3202 Fälle) und Mpumalanga (3454).

In mehreren Flüssen und Kanälen wurden dort Cholera-Bakterien nachgewiesen. Als Verursacher gelten simbabwische Migranten, die auf der verzweifelten Suche nach Ärzten mit Cholera über die Grenze kommen. Auch schadhafte Abwasser- und Kläranlagen tragen zur Verbreitung bei.

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