Ärzte Zeitung online, 05.06.2009

WHO empfiehlt Rotavirus-Impfung für Kinder

GENF/BERLIN(dpa). Kinder weltweit sollten nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gegen Rotaviren geimpft werden. An diesen Durchfallerregern sterben jedes Jahr 500 000 Kinder, zwei Millionen müssten deswegen ins Krankenhaus, warnte die WHO am Freitag.

Mehr als 85 Prozent der Todesfälle gebe es in den Entwicklungsländern von Afrika und Asien. Rotaviren sind laut WHO eine der führenden Ursachen für schwere Durchfallerkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum zweiten Lebensjahr weltweit.

"Die Impfung ist für Kinder in Entwicklungsländern überlebenswichtig", sagte die Sprecherin des Robert Koch-Instituts (RKI), Susanne Glasmacher, in Berlin auf Anfrage. In Deutschland sei die Krankheit nicht sehr gefährlich, weil die Konstitution der Kinder und die Gesundheitsversorgung besser seien.

Die Impfung gegen Rotaviren steht in Deutschland nicht im Impfkalender der Ständigen Impfkommission. Nach deren Angaben haben bis zum dritten Lebensjahr 90 Prozent der deutschen Kinder eine solche Infektion durchgemacht, "bis zum 5. Lebensjahr ist in der Regel bei allen Kindern eine Rotavirusinfektion abgelaufen". Die zwei verfügbaren Impfstoffe seien für Kinder bis zur 24. beziehungsweise 26. Lebenswoche zugelassen. Eine Impfung müsse je nach individueller und gesundheitlicher Situation abgewogen werden und könne etwa bei Säuglingen in Kindertagesstätten sinnvoll sein.

Nach RKI-Daten starben in den Jahren 2004 bis 2007 jeweils zwischen vier und acht Menschen in Deutschland an Rotaviren. Unter den insgesamt 26 Gestorbenen dieser vier Jahre waren vier Säuglinge und ein einjähriges Kind, vor allem aber Menschen über 70 Jahre.

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