Ärzte Zeitung, 31.07.2009

Rotaviren sind mehrfach belastend

Durch die Viren verursachte Gastroenteritiden verlaufen häufig schwer

FREIBURG(hub). Rotaviren belasten die betroffenen Kinder und das Gesundheitssystem. Die Erreger verursachen jede zweite Gastroenteritis bei Kindern bis fünf Jahre.

Jedes Kind infiziert sich in den ersten fünf Lebensjahren mindestens einmal mit Rotaviren. Die Bedeutung des Erregers wurde jetzt erneut in einer Studie belegt. Ausgewertet wurden Daten aus mehreren Ländern von fast 4000 Kindern im Alter bis fünf Jahre, die wegen einer Gastroenteritis in die Notfallsprechstunde oder ins Krankenhaus mussten. Das Ergebnis: Bei fast jedem zweiten Kind wurden immunologisch Rotaviren nachgewiesen. Von den Rotavirus-Gastroenteritiden entfielen über 80 Prozent auf Kinder unter zwei Jahren und 16 Prozent auf Kinder unter sechs Monaten.

Ein weiteres Ergebnis: Der Anteil schwerer Gastroenteritiden war mit 53 Prozent deutlich höher in der Gruppe mit nachgewiesenen Rotaviren, verglichen mit Rotavirus-negativen Kindern. Bei diesen hatten nur 31 Prozent einen schweren Verlauf.

Mit einer flächendeckenden Impfung von Säuglingen ließen sich die Erkrankungszahlen deutlich senken:
Bei einer Impfrate von 90 Prozent würden ambulante Behandlungen von 150 000 auf 40 000 verringert, stationäre von 22 000 auf 4000 (wir berichteten).
Noch gibt es allerdings keine allgemeine Impfempfehlung.

Lesen Sie auch:
Impfung gegen Rotaviren ist nur wenigen Müttern bekannt
Reden Sie mehr über Rotaviren!

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »

Frühe ART wirkt protektiv

Die frühe antiretrovirale Therapie (ART) schützt HIV-Patienten vor schweren bakteriellen Infektionen. mehr »