Ärzte Zeitung online, 29.10.2010

Cholera: Lage in Haiti noch nicht unter Kontrolle

PORT-AU-PRINCE/MEXIKO-STADT (dpa). Zehn Tage nach dem Ausbruch der Cholera haben die internationalen Hilfsorganisationen die Lage in Haiti noch nicht unter Kontrolle. Die Zahl der Toten und Infizierten stieg bis zum Freitag weiter an. Nach neuesten Angaben der Gesundheitsbehörden starben bisher 313 Menschen, rund 4800 steckten sich an.

Die WHO in Genf hatte zuvor gewarnt, dass der Höhepunkt der Epidemie erst noch bevorstehe.

"Jeden Tag werden bei uns bis zu acht neue Fälle eingeliefert", sagte die Sprecherin Caroline Klein von humedica in Haiti am Freitag. Die Hilfsorganisation humedica hat in der Kleinstadt Drouin im Infektionsgebiet ein Behandlungszentrum für Cholera-Kranke errichtet. Dort wurden bisher mehr als 1000 Kranke geheilt.

"Auch bei uns gab es zwei neue Todesfälle", sagte Klein weiter. Die Zahl der Toten und Erkrankten steige langsamer an, doch kämen immer wieder neue Fälle aus Dörfern, die bisher cholerafrei gewesen seien. Deswegen müsse bis auf Weiteres mit einer Ausweitung gerechnet werden.

Die Cholera war am Dienstag der vergangenen Woche im Gebiet des Flusses Artibonite in Zentralhaiti ausgebrochen. Die Erreger, die zuletzt vor über 100 Jahren in der Region aufgetreten waren, galten als ausgerottet. Regierung und Hilfsorganisationen konzentrieren sich vor allem darauf, die Menschen über die Cholera aufzuklären und sie darüber zu informieren, wie sie sich am besten vor einer Ansteckung schützen können. Nach Angaben der deutschen Welthungerhilfe vom Freitag, die in ganz Haiti Projekte betreibt, wurden bisher weder im Norden noch im Süden Cholera-Fälle bekannt.

Haiti gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Anfang des Jahres hatte ein starkes Erdbeben das Land auf der Karibikinsel Hispaniola erschüttert und große Zerstörungen angerichtet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »