Ärzte Zeitung online, 09.10.2012

Gastroenteritis

Auslöser sind die Erdbeeren

Die Vermutungen haben sich bestätigt: Tiefgekühlte Erdbeeren haben sehr wahrscheinlich die Gastroenteritis-Epidemie in Ostdeutschland ausgelöst.

BERLIN (dpa). Mit Noroviren verseuchte Tiefkühl-Erdbeeren aus China haben mit hoher Wahrscheinlichkeit den massenhaften Brechdurchfall in Ostdeutschland ausgelöst.

Das ergaben Untersuchungen des Robert Koch-Instituts (RKI), wie die verantwortlichen Behörden am Montagabend mitteilten. Damit wurden bisherige Vermutungen bestätigt.

Dem RKI zufolge sei damit die Ursache für die Epidemie aufgeklärt. Die Krankheitswelle könne zudem als beendet betrachtet werden. Seit dem Wochenende seien keine Neuerkrankungen mehr aufgetreten.

Mehr als 11.000 Menschen waren seit Anfang vergangener Woche an Brechdurchfall erkrankt.

[10.10.2012, 05:58:43]
Wilfried Soddemann 
Noroviren sind nur schwer nachweisbar
Noroviren sind Parasiten und benötigen einen Wirt, um sich zu vermehren. Deshalb kommen sie im Untersuchungsmedium nur selten vor. Gleichwohl führen sie zu Ansteckungen, da die Infektionsdosis sehr klein ist. Oft reicht ein Norovirus zur Infektion.

Dieses Problem gilt nicht alleine für Erdbeeren, es gilt auch für die Matrix Trinkwasser. Eine epidemiologische Studie zeigt, dass die meisten Norovirus Infektionen durch das Trinkwasser ausgelöst werden. Deshalb muss das Trinkwasser mit der Ultrafiltration, einem feinmaschigen Sieb, das Noroviren sicher abfiltern kann, gereinigt werden. Das kostet gerade einmal fünf Euro je Person und Monat.
Wilfried Soddemann Mail soddemann-aachen@t-online.de zum Beitrag »
[09.10.2012, 15:59:34]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Wer wird Millionär?"
Die 16.000 € Frage:
Wie kommen Noroviren auf chinesische Tiefkühlerdbeeren?

a) beim Düngen der Erdbeerpflanzen mit menschlichen Ausscheidungsprodukten
b) beim Düngen der Erdbeerpflanzen mit tierischen Ausscheidungsprodukten
c) durch Kontamination bei Weiterverarbeitung und Einfrieren
d) beim Transport der verpackten Tiefkühlware über 10.000 km Luftlinie.

Sie können beim Robert Koch-Institut (RKI), Bundesinstitut für Risiko¬bewertung (BfR) und Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) anrufen, einen Infektiologen im Publikum fragen oder einfach nur noch saisonale, erntefrische Erdbeeren essen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »