Ärzte Zeitung, 23.11.2012

Reisemedizin

Mehr Cholera in Dominikanischer Republik

Außer in Haiti breitet sich die Cholera auch in der Dominikanischen Republik weiter aus.

DÜSSELDORF. 26.253 Cholera-Erkrankungen und 411 Todesfälle haben die Behörden der Dominikanischen Republik zwischen Ende 2010 bis Mitte August 2012 registriert. Für Urlauber mit normalen Reisebedingungen ist das Risiko einer Infektion gering.

Die Dominikanische Republik gehört jedoch zu den Urlaubsländern mit dem höchsten Risiko für Durchfallerkrankungen, warnt das CRM Centrum für Reisemedizin mit.

In der Provinz Espaillat der Dominikanischen Republik haben Behörden den Notstand ausgerufen, nachdem Anfang November über 300 Cholera-Verdachtsfälle innerhalb weniger Tage registriert wurden, so das CRM.

Reisende sollten kein Leitungswasser, sondern ausschließlich abgefülltes Wasser trinken. Rohe, ungeschälte Früchte, Gemüse und Salate, offene Säfte und Eiscreme, ebenso wie nicht durchgegarte Fleisch- oder Fischgerichte sollten gemieden werden.

Je nach Reiseart - etwa bei sehr einfachen Unterkünften oder auf Rucksacktouren - kann auch eine Impfung gegen Cholera sinnvoll sein, so das CRM. Die Impfung schützt als Nebeneffekt auch gegen einige Durchfallerreger.

Die Dominikanische Republik und Haiti zählen zu den Ländern mit dem höchsten Risiko für gastrointestinale Infekte bei Reisenden. Diese werden durch eine Vielzahl von Erregern verursacht, die mit verunreinigter Nahrung oder Trinkwasser aufgenommen werden.

Durchfälle gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen auf Reisen und klingen nach einigen Tagen meist von selbst ab. Cholera hingegen breitet sich vor allem bei unzureichenden sanitären Verhältnissen aus - etwa wenn das Abwassersystem nicht funktioniert und es keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser gibt.

Urlauber sind deshalb meist nicht betroffen.Die Cholera war Ende 2010 in Folge der Erdbebenkatastrophe zunächst in Haiti aufgetreten und hatte sich auch im Nachbarland Dominikanische Republik ausgebreitet.

In Haiti sind in Folge des Erdbebens im Jahr 2010 und des Hurrikans 2012 bislang mehr als 600.000 Menschen erkrankt. Das Auswärtige Amt rät derzeit von Reisen nach Haiti ab. (dpa)

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