Ärzte Zeitung, 10.12.2012

Quarantäne verhängt

Brechdurchfall auf zwei Kreuzfahrtschiffen

Auf Schiffen in Hessen und Baden-Württemberg haben Dutzende Menschen plötzlich Brechdurchfall bekommen. Die Weiterfahrt wurde unterbunden und Quarantäne verhängt.

WIESBADEN / BREISACH AM RHEIN. Auf gleich zwei Hotelschiffen in Hessen und Baden-Württemberg sind am Wochenende über 150 Menschen an Brechdurchfall erkrankt.

Beide Schiffe waren am Wochenende auf dem Rhein unterwegs. Zumindest hinter dem Ausbruch in Hessen stecken die hochansteckenden Noroviren.

Gründliche Reinigung

Auf der "MS Bellriva" erkrankten in der Nacht zum Samstag nach Angaben der Feuerwehr plötzlich 72 Menschen an Brechdurchfall. Daraufhin musste das Schiff mit 190 Menschen an Bord vor Wiesbaden ankern.

Das Gesundheitsamt verhängte eine Quarantäne über das Schiff. Rettungskräfte brachten Infusionen und Medikamente an Bord.

Am Sonntag wurden die Urlauber mit Bussen nach Köln zurückgefahren. Dem Schiff wurde die Weiterfahrt untersagt, bis es gründlich gereinigt und desinfiziert ist.

Erst am Nachmittag war klar: Das Norovirus hat die Krankheitswelle verursacht. Die meisten der erkrankten Passagiere waren nach Angaben der Feuerwehr älter als 60 Jahre und daher anfällig für eine Infektion.

Noroviren der Auslöser?

Im baden-württembergischen Breisach musste am Sonntag das Hotelschiff "MS Britannia" auf dem Rhein anhalten, nachdem 85 Reisende an starkem Brechdurchfall erkrankt waren.

Zunächst wurden in der Nacht zum Sonntag in Straßburg 71 Erkrankungen festgestellt, wie die Freiburger Polizei am Sonntag mitteilte. Sechs Menschen wurden in Krankenhäuser gebracht.

Bei der Weiterfahrt nach Breisgau erkrankten dann 14 weitere Reisende. Neun von ihnen kamen am Sonntag in Kliniken. Einige Erkrankte stünden unter Quarantäne, hieß es.

Ob es sich auch hier um das hoch ansteckende Norovirus handelte, war zunächst unklar. Auf der "MS Britannia" reisten über 200 Menschen.

"Viele haben sich auf die Heimreise gemacht", sagte der Freiburger Polizeisprecher. Die "MS Britannia" werde auf Anordnung der französischen Gendarmerie in Breisach gereinigt und desinfiziert.

Noroviren gehören zu den häufigsten Erregern für plötzlich auftretenden Brechdurchfall. Sie sind leicht übertragbar und weltweit verbreitet. Typische Symptome sind neben Übelkeit, Durchfällen und Erbrechen auch Bauchschmerzen und Mattigkeit.

Übertragen werden sie von Mensch zu Mensch, aber auch durch verunreinigte Speisen und Getränke. (dpa)

[31.12.2012, 13:10:33]
Karl-Georg Vaith 
Quarantäne, dann fällt der Urlaub ins Wasser.......
Nicht nur Noro Viren tauchen immer wieder auf, sondern auch die Erreger der Legionärskrankheit (Legionellen), die durch die Wassertemperatur (es gibt kein kaltes Wasser)im Rohrsystem z.B. in der Dusche der Kabine ausgelöst werden.
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[11.12.2012, 07:51:28]
Wilfried Soddemann 
Noroviren - Alarm: Trinkwasser macht krank:
Norovirus-Infektionen mit heftigem Brechdurchfall werden allein durch Fäkalien entweder in Lebensmitteln oder im Trinkwasser ausgelöst, bevor sie sekundär übertragen werden können, besonders augenfällig in Krankenhäusern, Altenheimen, Schulen oder Kindergärten. In unseren Gewässern, auch im Grundwasser, kommen Viren vor. Wasserwerke können Viren regelmäßig nicht filtern. Kaltes Wasser konserviert ansteckende Viren. Offensichtlich folgen die Norovirus-Infektionen jedes Jahr streng dem Verlauf der Kälte im Wasser und in den Wasserleitungen. Unsere Lebensmittel haben das ganze Jahr über in etwa die gleiche Temperatur. Das Trinkwasser nicht. Es hat sein Temperaturminimum im Februar/März. Also muss das Trinkwasser die Norovirus-Infektionen auslösen! Unsere Wasserwerke müssen so nachgerüstet werden, dass auch Viren abgefiltert werden.

Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann
soddemann-aachen@t-online.de
http://sites.google.com/site/trinkwasservirenalarm/Trinkwasser-Viren
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