Ärzte Zeitung online, 21.01.2014

Rotaviren

Impfung schützt auch Ungeimpfte

Die neuerdings von der STIKO für alle Säuglinge empfohlene Impfung gegen Rotaviren schützt - und zwar nicht nur die Geimpften. Selbst ungeimpfte Erwachsene profitieren davon, so eine US-Studie.

Impfung gegen Rotaviren hilft auch Menschen ohne Impfung

Rotaviren sind häufige Erreger von Brechdurchfällen, vor allem bei Kindern. Impfungen können hier sinnvoll schützen.

© Patrick Enge / Novartis Behring

ATLANTA. Experten für Viruserkrankungen der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention haben für ihre Studie die Fallzahlen der Rotavirus-bedingten, stationär behandlungspflichtigen Gastroenteritiden in den Jahren vor (2000-2006) und nach (2008-2010) Einführung der Impfung in den USA verglichen (JAMA 2013; 310: 851).

Das Jahr 2007 blieb als Übergangsjahr von den Berechnungen ausgeschlossen. Weil Erwachsene mit Erbrechen und Diarrhö selten auf Rotaviren getestet werden, bezog man für diese Altersgruppe auch nicht näher spezifizierte Gastroenteritiden in die Analyse ein.

Für die Jahre 2008 bis 2010 zeigte sich gegenüber 2000 bis 2006 durchgehend eine erhebliche Verringerung der Durchfall-Fälle. In der Altersgruppe von 0 bis 4 Jahren betrug die Senkung der stationären Behandlungen von gesichert Rotavirus-Infizierten 80 Prozent, bei den 5- bis 14-Jährigen waren es 70 Prozent, bei den 15- bis 24-Jährigen 53 Prozent.

Bei älteren Kranken waren ebenfalls gesunkene Fallziffern festzustellen, allerdings erreichten die Werte hier keine statistische Signifikanz.

Deutliche Reduktionen ergaben sich auch hinsichtlich der nicht spezifizierten Gastroenteritiden, wobei noch in der Gruppe der 25- bis 44-Jährigen eine zwar nicht exorbitante, aber doch statistisch signifikante Verminderung der Fallzahlen von sechs Prozent zu verzeichnen war. In höheren Altersgruppen war kein Effekt auszumachen.

In den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) ist nun auch die Impfung von Säuglingen gegen Rotaviren (RV) vertreten. Dazu heißt es im Epidemiologischen Bulletin" (2013; 34: 318): "Bei der Impfung gegen RV handelt es sich um eine Schluckimpfung mit einem oralen Lebendimpfstoff. Je nach verwendetem Impfstoff werden ab dem Alter von 6 Wochen zwei (Rotarix®) oder drei Dosen (RotaTeq®) in einem Mindestabstand von vier Wochen verabreicht."

Es bestehe ein möglicherweise geringfügig erhöhtes Risiko für Darminvaginationen (etwa ein bis zwei Fälle pro 100.000 geimpfte Kinder) innerhalb der ersten Woche nach der ersten RV-Impfung, das mit dem Alter der Impflinge zunimmt.

"Daher empfiehlt die STIKO dringend, die Impfserie frühzeitig - spätestens bis zum Alter von zwölf Wochen - zu beginnen und vorzugsweise bis zum Alter von 16 Wochen (Rotarix®) oder von 20 bis 22 Wochen (RotaTeq®) abzuschließen. Die Impfserie muss für Rotarix® auf jeden Fall bis zum Alter von 24 Wochen und für RotaTeq® bis zum Alter von 32 Wochen abgeschlossen sein." (rb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

"Digitalisierung lässt sich nicht klein hoffen"

Die Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten, die Ärzte sollten sich daher aktiv daran beteiligen, appellierte der Blogger Sascha Lobo auf dem Ärztetag. mehr »

Alle wichtigen Videos vom Ärztetag

Digitalisierung, Angst vor Veränderung, Wunschminister: Die Ärztezeitung fasst für Sie die wichtigen Themen des Ärztetags in kurzen Videos zusammen. mehr »

Massive Technik-Pannen behindern Ärztetag

Nicht einsehbare Anträge, verschobene Abstimmungen: Technische Probleme machen Delegierten und Journalisten gestern unmd heute auf dem Ärztetag arg zu schaffen. mehr »