Ärzte Zeitung, 02.07.2008

KOMMENTAR

Erfolgsstory: Schutz vor Pneumokokken

Von Wolfgang Geissel

Als vor acht Jahren der erste konjugierte Pneumokokken-Kinderimpfstoff auf den Markt kam, gab es viel Skepsis, ob die Vakzine in Deutschland allgemein empfohlen werden sollte. Zum einen war das Ausmaß invasiver Pneumokokken-Infektionen - vor denen der Impfstoff schützt - bei Kleinkindern kaum bekannt. So gab es keine epidemiologischen Zahlen, wie sie in den USA von den Centers for Disease Control erhoben werden. Auch hat der Preis - die Impfserie kostet etwa 260 Euro - zunächst wohl die Impfexperten abgeschreckt.

Beeindruckende Daten zur Schutzwirkung werden seither aus den USA gemeldet. Dort ist nach Einführung der Vakzine die Zahl von Meningitiden und Pneumonien durch Pneumokokken stark zurückgegangen. Der Schutz erstreckt sich auf geimpfte sowie auf ungeimpfte Kinder und ungeimpfte Erwachsene. Da Pneumokokken bei vielen gesunden Kindern zur Atemwegsflora gehören, wird durch ihre Elimination eine deutliche Herdimmunität in der Bevölkerung aufgebaut. Zudem bietet der Impfstoff auch einen deutlichen Schutz vor Otitis media.

Seit Sommer 2006 gehört auch in Deutschland der Pneumokokkenschutz zum Impfkalender. Bereits anderthalb Jahre später ist die Zahl invasiver Pneumokokken-Infektionen bei Kleinkindern auf die Hälfte zurückgegangen, wie Daten belegen. Die Pneumokokken-Impfung wird offenbar auch hier eine Erfolgsstory. Neue optimierte Impfstoffe für den Schutz sind schon in Sicht.

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Impfung senkt Infekte durch Pneumokokken auf fast die Hälfte

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