Ärzte Zeitung, 13.10.2008

Internet-Forum

Brauchen Indien-Reisende eine Malaria-Prophylaxe?

Ein Kollege fragt im Internet: Frage: Ein Patient hat bereits Ende 2004 auf einer Trekking-Reise nach Westafrika Impfungen gegen Meningokokken, Tollwut, Typhus, Hepatitis A und B sowie die übliche Grundimmunisierung (Diphterie, Tetanus, Polio) erhalten. Jetzt möchte er nach Nord- und Südindien. Inwieweit muss ich mich bei vier Jahren Latenz durch Blutspiegelüberprüfungen über die Wirksamkeit des Impfschutzes absichern, was definitiv neu impfen (Tollwut, Meningokokken, Hepatitis, Typhus)? Malariaprophylaxe erhält er zusätzlich.

Antwort von Privatdozent Tomas Jelinek:

Titerkontrollen sind bei diesem Reisenden aktuell nicht sinnvoll. Hepatitis A+B sowie Tollwut sollten optimalerweise ein Jahr nach der Grundimmunisierung aufgefrischt worden sein. Falls dem so ist, müssen diese beiden aktuell nicht aufgefrischt werden. Falls nicht, sollte eine Auffrischung erfolgen.

Die vor vier Jahren aktualisierte TdP-Impfung muss jetzt nicht aufgefrischt werden. Die Parenteral-Impfung gegen Typhus gibt einen etwa 75-prozentigen Schutz für drei Jahre, sollte also vor der Indienreise erneut gegeben werden. Eine Impfung gegen Meningokokken-Meningitis wird für Indien nicht regelmäßig empfohlen, kann aber bei entsprechender Exposition sinnvoll sein.

Abhängig von der Reisedauer und der Reiseart sollten gegebenenfalls noch eine Impfung gegen Japanische Enzephalitis und gegen Cholera diskutiert werden. Letztere bietet auch einen gewissen Schutz gegen ETEC-induzierten Reisedurchfall, was in Indien hohe Relevanz besitzt.

Zur Malariaprophylaxe: Generell ist das Risiko in Südindien deutlich geringer als in Nord- und vor allem Ostindien. Bei vielen Reisen sind guter Mückenschutz und die Mitnahme eines Malaria-Notfallmittels ausreichend. Allerdings steigen aktuell die Fallzahlen in Indien deutlich an, unter anderen sind auch wichtige Großstädte wie Mumbai (Bombay) betroffen. Abhängig von der Reiseroute und der weiteren Entwicklung kann auch die Einnahme einer Malaria-Chemoprophylaxe sinnvoll sein.

Haben auch Sie Fragen zum Impfen? Die Experten unserer kostenlosen "Hotline Impfen" helfen weiter.

Ein Kollege fragt im Internet: Frage: Ab welchem Lebensmonat bzw. Lebensjahr ist eine Grippeimpfung zu empfehlen? Antwort von Dr. Irmingard Tichmann-Schumann: Sie können Kinder ab dem 6. Lebensmonat gegen Grippe impfen. Die STIKO empfiehlt die Grippeimpfung allen Kindern in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr oder Kindern, die infolge einer Grunderkrankung eine erhöhte gesundheitliche Gefährdung haben. Haben auch Sie Fragen zum Thema Impfen?Die sieben Experten unserer kostenlosen "Hotline Impfen" helfen weiter. Der Service ist offen für alle registrierten Mitglieder medizinischer Fachkreise

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