Ärzte Zeitung, 13.01.2009

Meningokokken-Infekt - Risiko zu sterben, motiviert zum Impfen

Acht bis zwölf Prozent der Erkrankten sterben / Risiko durch Typen B und C

MÜNCHEN (sto). Jedes Jahr erkranken in Deutschland 600 bis 800 Menschen an Meningokokken-Meningitis. Acht bis zwölf Prozent der Betroffenen sterben daran. Die seltenen tödlichen Verläufe sind das entscheidende Kriterium für Eltern, Kinder und Jugendliche, die Impfung gegen Meningokokken C anzunehmen.

Jeder fünfte Patient mit Meningokokken-Meningitis behält bleibende Schäden zurück, etwa Schwerhörigkeit, Hirnschäden, epileptische Anfälle, verzögerte Sprachentwicklung oder Lernstörungen. Daran hat Privatdozent Dr. Johannes Liese vom Haunerschen Kinderspital der Universität München erinnert. Teenager seien besonders gefährdet, sagte der Impfexperte beim 14. Münchner Impftag.

Die Impfung wird seit 2006 generell empfohlen.

In Deutschland gibt es vor allem Meningokokken vom Typ B und Typ C, die für Menschen gefährlich werden können. In Bayern sind über 30 Prozent der Erkrankungen durch den Typ C verursacht, gegen den geimpft werden kann. Die Impfung wird allen Kleinkindern seit 2006 von der STIKO empfohlen, mit dem Hinweis, versäumte Impfungen bei Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr nachzuholen, erläuterte Liese bei der von Novartis Behring unterstützten Veranstaltung.

An einer aktuellen Anwendungsbeobachtung zur Meningokokken- C-Impfung nahmen 989 Kinder- und Jugendärzte sowie Allgemeinärzte teil. Eltern wurden dabei nach einem Aufklärungsgespräch mit dem Arzt befragt. 81 Prozent gaben an, dass die möglichen schweren gesundheitlichen Folgen das entscheidende Kriterium für die Impfung sei, teilte Novartis Behring mit. 74 Prozent der befragten Ärzte gaben an, dass die STIKO-Empfehlung häufigster Beweggrund für die Impfung sei. Knapp 30 Prozent gaben an, der Wunsch der Eltern sei ausschlaggebend gewesen.

Warum setzen Ärzte dabei den Impfstoff Menjugate® Kit ein? 85 Prozent der Ärzte gaben die gute Verträglichkeit des Impfstoffs als Grund an. Wichtige Auswahlkriterien waren zudem für 78 Prozent die gute Wirksamkeit des Konjugat-Impfstoffs und für 65 Prozent die Anwendungserfahrung mit weltweit über 26 Millionen verimpften Dosen.

Ärztemerkblatt Meningokokken-Erkrankungen unter www.rki.de, "Infektionskrankheiten A - Z"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »