Ärzte Zeitung, 17.11.2015

Robert Koch-Institut

Zunahme von Resistenzen in Deutschland

Bei der Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen gibt es in Deutschland ein durchwachsenes Bild.

BERLIN. Die Situation bei Antibiotikaresistenzen ist in Deutschland vergleichsweise weniger angespannt als in vielen anderen europäischen Staaten, berichtet das Robert Koch-Institut (RKI) in einer Mitteilung.

"Dennoch gibt es auch in Deutschland deutlichen Verbesserungsbedarf und neben positiven Entwicklungen auch problematische Trends", betont RKI-Präsident Professor Lothar H. Wieler anlässlich des Europäischen Antibiotikatags am 18. November.

Nach Angaben des "European Antimicrobial Resistance Surveillance Network" ist zum Beispiel der Anteil Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA) in Deutschland weiterhin rückläufig und liegt mit 11,8 Prozent unter dem europäischen Mittelwert (18 Prozent), so das RKI.

Schwierige Situation

Bei gram-negativen Erregern wie Escherichia coli und Klebsiella pneumoniae sei die Situation aber deutlich schwieriger. So ist etwa bei E. coli die Resistenz gegenüber Cephalosporinen der 3. Generation in Deutschland bereits auf über 10 Prozent gestiegen. Das RKI plädiert daher für einen gezielteren Einsatz von Antibiotika etwa bei Atemwegsinfektionen.

Mensch, Tier und Umwelt im Sinne des One-Health-Ansatzes in die Betrachtung einbezogen werden", unterstreicht Wieler. Das RKI erfasst wichtige Daten zu Antibiotikaresistenzen und Antibiotikaverbrauch mit der "Antibiotika-Resistenz-Surveillance" (ARS) und dem Antibiotikaverbrauchs-System (AVS).

Resistente Erreger und Resistenzgene machen nicht an Ländergrenzen halt, warnt das RKI. Deshalb sind internationale Kooperationen und Maßnahmen in allen Ländern unbedingt notwendig. So spielen zum Beispiel Auslandsreisen eine Rolle bei der Ausbreitung von Darmbakterien, die Extended Spectrum Beta-Lactamasen (ESBL) bilden.

Studien zeigten, dass bis zu 30 Prozent der Reiserückkehrer aus Regionen mit hoher ESBL-Verbreitung (zum Beispiel Asien und vor allem Indien) mit ESBL-bildenden E. coli kolonisiert sind. (eb/eis)

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