Ärzte Zeitung, 28.04.2009

Risiko-Management für Betriebe

Arbeitsmediziner bieten Hilfe für den Pandemiefall an / Große Ausfälle möglich

KARLSRUHE (HL). Der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte bietet Unternehmen kostenlose Checklisten zur Minderung des Infektionsrisikos gegen Grippe an. Der Verband rät den Betrieben, für den Pandemiefall ein Krisenmanagement zu errichten und dabei das Know how der Arbeitsmediziner zu nutzen.

Risiko-Management für Betriebe

Zu Vorsichtsmaßnahmen etwa gegen Grippe gehören auch Impfungen.

Foto: dpa

Generell müssen Unternehmen bei einem Pandemiefall mit erheblichen Arbeitsausfällen rechnen. Das Risiko ist umso größer, je stärker der Publikumsverkehr ist. Von essenzieller Bedeutung sind Vorsichtsmaßnahmen in Betrieben und Einrichtungen, die grundlegende Funktionen für das öffentliche Leben haben: Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen, aber auch Polizei, Feuerwehr und Energieversorger.

Im Fall einer Pandemie sollte ein Arbeitsmediziner oder Betriebsarzt dem Krisenstab angehören. Er fungiert als Ansprechpartner für Hygienefragen, versorgt Kranke und führt Impfungen durch.

Der Präsident des Verbandes Deutscher Betriebs- und Werksärzte, Dr. Wolfgang Panter, mahnt die Betriebe, rechtzeitig Notfallpläne aufzustellen, einen Pandemiekoordinator zu bestimmen und Vorkehrungen zu treffen, wie der Betrieb auch mit geringer Belegschaft aufrecht erhalten werden kann. Panter: "Firmen sind zwar auf Computerausfälle vorbereitet, aber nicht darauf, was zu tun ist, wenn derjenige, der den Computer bedient, durch eine Grippewelle ausfällt."

Der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte bietet jedem Arbeitgeber eine kostenlose Pandemie-Checkliste und umfangreiches Informationsmaterial an. Im Pandemiefall sei es notwendig, Infektionsketten zu unterbrechen und geeignete Hygienemaßnahmen wie beispielsweise intensives Händewaschen durchzusetzen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Epidemiologische Kaffeesatzleserei?

Verursacht oder verhindert der Konsum von Kaffee Krankheiten? Die Klärung solcher Fragen zur Ernährung ist methodisch ein richtiges Problem. mehr »

Trotz Budgetierung gute Chancen auf Mehrumsatz

Seit vier Jahren steht das hausärztliche Gespräch als eigene Leistung im EBM (03230) . Immer wieder ist daran herumgeschraubt worden. mehr »

Erstmals bekommt ein Kind zwei Hände verpflanzt

Ein achtjähriger Junge mit einer tragischen Krankheitsgeschichte bekommt zwei neue Hände. Die Op ist ein voller Erfolg: Anderthalb Jahre später kann er schreiben, essen und sich selbstständig anziehen. mehr »