Ärzte Zeitung online, 30.04.2009

Warnung vor Grippemittel-Fälschungen aus dem Internet

BERLIN/ESCHBORN (eb). Wegen der aktuellen Warnungen vor der "Schweinegrippe" wächst die Nachfrage nach rezeptpflichtigen Grippemitteln wie Tamiflu® oder Relenza® - und damit auch der Schwarzmarkt. Aktuell kursieren bereits Massenmails illegaler und/oder ausländischer Internetversender, die Grippemittel anbieten.

Wer bei dubiosen Internetversendern verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Rezept bestellt, muss damit rechnen, ein gefälschtes Medikament zu kaufen. "Gefälscht wird alles, was Profit verspricht", so Professor Schubert-Zsilavecz, wissenschaftlicher Leiter des Zentrallabors Deutscher Apotheker (ZL) in Eschborn.

"Verbraucher müssen damit rechnen, dass bei dubiosen Internetversendern mindestens die Hälfte aller Medikamente gefälscht sind. Das bedeutet, dass der Patient für ein Medikament zahlt, das nicht wirkt oder sogar schädlich sein kann. Ich warne deshalb ausdrücklich davor, Arzneimittel bei dubiosen Internetversendern zu bestellen."

Wer ein verschreibungspflichtiges Grippemittel braucht, muss sich vom Arzt ein entsprechendes Rezept ausstellen lassen. Dieses kann er in einer Apotheke einlösen. "Arzneimittel aus Apotheken sind sicher", so Schubert-Zsilavecz. Unseriöse Internetversender sind für Verbraucher teilweise nur schwer erkennbar. Ein Anzeichen kann sein, dass rezeptpflichtige Medikamente ohne Vorlage einer ärztlichen Verordnung erhältlich sind.

Zur Homepage des Zentrallabors Deutscher Apotheker: www.zentrallabor.com

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