Ärzte Zeitung online, 30.04.2009

RKI sieht derzeit für Deutschland keine veränderte Lage bei der Schweinegrippe

BERLIN (ble). Trotz der durch die Weltgesundheitsorganisation WHO am Mittwochabend ausgerufenen Warnstufe 5 sieht der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), Professor Jörg Hacker, in Deutschland keine veränderte Lage bei der Schweinegrippe (Mexikanische Grippe).

Derzeit bestehe "kein Risiko für die Allgemeinbevölkerung", sagte er am Donnerstagvormittag in Berlin. Betroffen seien weiterhin Mexiko-Reisende und deren näheres Umfeld, so Hacker. Außer den bislang drei bestätigten Influenzafällen in Deutschland gebe es aktuell acht Verdachtsfälle, bei zwei Personen erhärtete sich der Verdacht nicht. Nähere Angaben wollte er nicht machen. Allerdings sei es möglich, dass die Zahl der Infizierten in den nächsten Tagen weiter steigt.

Die Heraufsetzung der Pandemie-Warnung auf die zweithöchste von insgesamt sechs Stufen sei "sachgerecht" gewesen, urteilte Hacker. Sie ermögliche nun auch anderen Ländern das Ausrollen von Pandemieplänen, erläuterte er. Per Definition wird Warnstufe 5 ausgelöst, wenn in einer WHO-Region, beispielsweise Europa, zwei oder mehr Länder von einem pandemischen Geschehen betroffen sind.

Das RKI steht Hacker zufolge täglich mit den Seuchenreferenten der Bundesländer in Kontakt. "Die Kommunikation mit den Ländern ist gut", sagte er. Im Wesentlichen hätten diese Tamiflu® eingelagert. Einige Länder überträfen die empfohlene Bevorratungsquote für ihre Bevölkerung in Höhe von 20 Prozent, einige lägen darunter.

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