Ärzte Zeitung, 03.05.2009

Amerika-Reisende sollen kein Blut spenden

Anordnung des Paul-Ehrlich-Instituts / Auch Beschränkungen für Kontaktpersonen

LANGEN (eis). Wer sich in den vergangenen vier Wochen in Nord- und Südamerika aufgehalten hat, ist ab sofort von der Blutspende ausgeschlossen. Damit soll eine mögliche Übertragung des neuen A/H1N1-Virus über Blut und Blutprodukte unterbunden werden.

Amerika-Reisende sollen kein Blut spenden

Ankunft aus Amerika: Nach Symptomen wird gefragt.

Foto: dpa

Ist ein in den vergangenen 14 Tagen heimgekehrter Amerika-Reisenden an Grippe-Symptomen erkrankt, dann dann darf auch das Blut der Kontaktpersonen (häusliche Gemeinschaft/Pflege) nicht zur Herstellung von Blutprodukten oder Einzelplasmen verwendet werden. Eine entsprechende Anordnung hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) vorab im Internet veröffentlicht. Die Maßnahme beruht auf § 28 des AMG .

Die Inkubationszeit der Schweinegrippe betrug bei den bisherigen Patienten zwischen drei und sieben Tagen, so das PEI. "Vier Wochen nach Rückkehr aus betroffenen Gebieten, kann nach derzeitigem Kenntnisstand angenommen werden, dass eine infizierte Person die virämische Phase überstanden hat und eine A/H1N1-Infektion durch eine Blutspende unwahrscheinlich ist", so das Institut.

Es sei nicht zu erwarten, dass dem deutschen Blutspendewesen durch die Anordnung jetzt eine unverhältnismäßig große Zahl an Blutspenden verloren geht, so das PEI weiter. Eine Belastung ergebe sich nur für den Monat Mai. Zwischen Juni und November sind Nordamerika-Reisende wegen der Gefahr der Übertragung von West-Nil-Virus schon seit 2004 von Blutspenden ausgeschlossen.

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Mexikanische Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »