Ärzte Zeitung online, 30.04.2009

Bauern beklagen Absatzrückgänge bei Schweinen

MÜNCHEN (dpa). Die bayerischen Bauern spüren wegen der Schweinegrippe Rückgänge beim Absatz von Schweinen. "Die Nachfrage leidet. Wir führen es auf die irreführende Begrifflichkeit Schweinegrippe zurück", sagte die Sprecherin des Bayerischen Bauernverbandes, Brigitte Scholz, am Donnerstag.

Es handele sich um ein menschliches Virus, deshalb sorge der Begriff unnötig für Verunsicherung, obwohl es dafür keinen Grund gebe. Über den Genuss von Fleisch könne man sich nicht anstecken. "Unserer Erkenntnis nach sind auch noch nirgends Schweine an dem neuen Virus erkrankt", ergänzte die Sprecherin. Die Preise seien bereits um 4 Cent auf 1,42 Euro pro Kilo Schweinehälfte zurückgegangen. Auch der Export gerate ins Stocken.

Bauernverbandspräsident Gerd Sonnleitner hatte die Bezeichnung Schweinegrippe bereits in der "Passauer Neuen Presse" kritisiert und verlangt, die Erkrankung als "mexikanische Grippe" zu bezeichnen. Es handele sich um die Mutation eines Virus aus der Tierwelt, das nur bei Menschen vorkomme, sagte der Präsident des Bayerischen und des Deutschen Bauernverbands. Wegen der Wortwahl "Schweinegrippe" fragten sich die Menschen, ob sie noch Schweinefleisch essen können. "Aber das hat damit gar nichts zu tun."

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