Ärzte Zeitung online, 30.04.2009

Hiergeblieben? EU-Gesundheitsminister sind gegen Reisebeschränkung nach Mexiko

LUXEMBURG (dpa). Die EU-Gesundheitsminister haben sich am Donnerstag im Kampf gegen die Schweinegrippe nicht auf eine gemeinsame Reisebeschränkung nach Mexiko verständigen können. Die Minister der 27 EU-Länder wiesen bei dem Krisentreffen in Luxemburg eine Forderung Frankreichs nach einem Verbot für Flüge nach Mexiko zurück, berichteten Diplomaten.

Diplomaten: Keine EU-Reisebeschränkung nach Mexiko

Hiergeblieben? Die EU-Gesundheitsminister sehen das anders. Sie haben sich nicht auf eine Reisebeschränkung für Mexiko einigen können.

Foto: imago

Für ihre gemeinsamen Schlussfolgerungen hätten sich die Ressortleiter auf die Formulierung geeinigt, dass es jedem EU-Staat offen stehe, Reisebeschränkungen zu verhängen. Dies ist allerdings schon jetzt geltende Rechtslage. Auch Italien hatte sich dem Vernehmen nach für derartige Maßnahmen eingesetzt. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hatte das Anliegen entschieden zurückgewiesen.

US-Behörden erwarten weitere Grippe-Toten

Die US-Behörden rechnen nach einem ersten Todesfall durch die grassierende Schweinegrippe mit noch weiteren Erkrankungen mit tödlichem Ausgang. Man erwarte "ein breites Spektrum" von milden bis hin zu lebensgefährlichen Infektionen, sagte der amtierende Chef der US-Seuchenbehörde CDC, Richard Besser, am Donnerstag. Bislang ist in den USA ein Mensch durch die Grippe ums Leben gekommen, ein 23 Monate altes Baby in Texas. Die Zahl der bestätigten Fälle stieg derweil auf mindestens 109 in elf Staaten.

Die Erkrankung erreichte unterdessen offenbar nun auch die US-Hauptstadt. Wie die Weltbank am Donnerstag mitteilte, war einer der Mitarbeiter ihres Hauptquartier in Washington nach einer vorläufigen Diagnose daran erkrankt. Er sei inzwischen aber wieder genesen. Der Weltbank-Mitarbeiter sei zuvor auf Dienstreise in Mexiko gewesen und habe sich unmittelbar vor der Erkrankung in der Weltbank aufgehalten. Alle Beschäftigten, die dem Mitarbeiter nahe gekommen waren, seien aufgefordert worden, daheim zu bleiben.

In der jüngsten CDC-Aufstellung von Donnerstagvormittag (Ortszeit) ist der Weltbank-Fall noch nicht aufgeführt. Laut der Seuchenkontrolle gibt es die meisten Fälle mit 50 im Staat New York, gefolgt von Texas, wo es 26 Erkrankungen gab.

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