Ärzte Zeitung online, 02.05.2009

Schweinegrippe: Verlauf in Deutschland mild - Hygiene ist wichtig

NEU-ISENBURG (eb). Auch wenn die Zahl der bestätigten Schweinegrippe-Infektionen in Deutschland und weltweit steigt, gibt es keinen Grund zur Panik. In Deutschland sind bislang sechs Menschen nachweislich mit dem neuen Virus infiziert. Die meisten sind bereits wieder gesund. Als Vorsichtsmaßnahme sind seit dem 1. Mai Rückkehrer aus Nord- oder Südamerika vier Wochen von der Blutspende ausgeschlossen (Stand 2. Mai, 14:45 Uhr).

Milder Verlauf der Schweinegrippe in Deutschland - Händewaschen ist wichtig

Einfach, wirksam und wichtig als Vorbeugung von Infektionen: Händewaschen!

Foto: bilderbox©www.fotolia.de

Der sechste nachweislich Infizierte stammt wie ein anderer aus Niederbayern. Beide waren Zimmernachbarn in einem Krankenhaus. Somit handelt es sich erneut um eine Übertragung von Mensch zu Mensch. Auch diesem sechsten Erkrankten geht es gut.

Der Verlauf der Schweinegrippe in Europa und Deutschland ist bislang mild und mit einer saisonalen Virusgrippe vergleichbar. Da es allein in Deutschland rund 30 Verdachtsfälle gibt, kann sich die Zahl der nachweislich Infizierten in den nächsten Stunden noch erhöhen.

Experten wie Professor Jörg Hacker vom Robert Koch-Insitut weisen immer wieder darauf hin, dass keine allgemeine Gefährdung der Bevölkerung besteht. Nach wie vor wird empfohlen: Wer grippale Symptome wie plötzlichen Krankheitsbeginn, schweres Krankheitsgefühl, hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder auch etwas Durchfall hat, soll einen Arzt aufsuchen.

Gute Hygiene wie häufiges Händewaschen kann schützen

Empfohlen werden nach wie vor auch Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen, weil damit Schmierinfektionen vorgebeugt werden kann. Denn ein typischer Infektionsweg kann so aussehen: Ein Infizierter schnäuzt sich und fasst anschließend eine Türklinke oder ein Geländer an. Dabei werden winzige Mengen von Sekret und Viren abgestreift. Der nächste, der Türklinke oder Geländer berührt und sich danach am Mund oder der Nase kratzt, hat die Viren in Schleimhautnähe gebracht. Auch durch Tröpfcheninfektion (beim Husten, Niesen, bei feuchter Aussprache) werden Influenzaviren übertragen.

Bislang sind weltweit 17 Menschen gestorben, bei denen das mutierte Virus A/H1N1 nachgewiesen worden ist. Alle stammen aus Mexiko. Auch die Zahl der an den Folgen der Schweinegrippe Gestorbenen kann sich erhöhen. Denn in Mexiko grassiert gerade eine saisonale Grippe-Welle, Und bei allen offiziell registrierten Grippe-Toten - bislang sind das rund 160 - wird auch postmortal geprüft, ob sie mit dem mutierten Virus infiziert waren.

Zum Vergleich: Allein in Deutschland sterben pro Grippesaison um 10 000 Menschen an den Folgen einer Influenza (nach Schätzungen gibt es jährlich zwischen 8000 bis 12 000 oder sogar 15 000 Grippetote).

Blut von Heimkehrern aus Nord- oder Südamerika darf nicht genutzt werden

Wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen mitteilt, darf als Vorsichtsmaßnahme seit dem 1. Mai Blut kein gespendetes Blut von Menschen verwendet werden, die innerhalb von vier Wochen vor der Blutspende in Nord- oder Südamerika waren. Das Verbot bezieht sich auch auf Produkte, die aus solchen Blut hergestellt werden könnten.

Nach Medienberichten sollen seit Freitag vergangener Woche etwa so viele Packungen des Anti-Influenza-Medikaments Tamiflu® (Oseltamivir) verkauft worden sein wie sonst in der ganzen Wintersaison. Allgemeine Engpässe gibt es nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) nicht, auch wenn in einzelnen Apotheken das Medikament vorübergehend nicht mehr erhältlich war. Der Großhandel hat nach dpa-Angaben mehr als 110 000 Packungen an die Apotheken verteilt.

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