Ärzte Zeitung online, 04.05.2009

Neue Proteste gegen Schweinschlachtung in Kairo

KAIRO (dpa). Nach einem Tag der Gewalt hat sich die Situation in den Vierteln der ägyptischen Schweinezüchter am Montag leicht beruhigt. In dem Kairoer Slumviertel Manschiet Nasser protestierten nach Angaben aus Sicherheitskreisen erneut Dutzende von Christen, gegen die staatlich verordnete Schlachtung ihrer Tiere.

Es kam jedoch zunächst nicht wie am Vortag zu Zusammenstößen zwischen den Slumbewohnern und der Polizei. Am Sonntag waren sechs Polizisten und vier Bewohner des Müllsammler-Viertels verletzt worden.

Die ägyptische Regierung hat vergangene Woche mit der Schlachtung der rund 350 000 Schweine des Landes begonnen. Nach offiziellen Angaben soll damit eine Verbreitung der Schweinegrippe verhindert werden, die jedoch nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern nicht von den Tieren, sondern von Mensch zu Mensch übertragen wird. Selbst der Einspruch der Weltgesundheitsorganisation WHO nutzte nichts.

Die ägyptische Regierung begründete später die Aktion allerdings als Teil einer allgemeinen Gesundheitsreform.

Die Müllsammler und Schweinezüchter gehören der Minderheit der koptischen Christen an. Sie geben ihren Tieren die organischen Abfälle zu fressen, die sie sammeln. Für gläubige Muslime ist das Schwein ein unreines Tier, dessen Fleisch nicht verzehrt werden soll.

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