Ärzte Zeitung online, 12.05.2009

Zehnmal mehr Schweinegrippe-Fälle in Mexiko als bisher gemeldet?

WASHINGTON (dpa). In Mexiko haben sich nach Experteneinschätzung mindestens zehnmal so viele Menschen mit der Schweinegrippe infiziert als bislang gemeldet. Nach ersten Berechnungen könnten es bis Ende April bereits 23 000 gewesen sein, schreibt ein internationales Team im US-Fachjournal "Science".

Bislang sind mehr als 2000 Fälle in Mexiko registriert. Das Virus sei deutlich leichter übertragbar als ein gewöhnlicher Grippeerreger.

Die Virenausbreitung sei vergleichbar mit dem der schweren Grippe-Pandemien des vergangenen Jahrhunderts, erläuterte Hauptautor Professor Neil Ferguson vom Imperial College in London. Allerdings erscheine eine Erkrankung weniger gefährlich als bei der Spanischen Grippe 1918, die zu mindesten 25 Millionen Toten geführt hatte. 0,4 bis 1,4 Prozent der Erkrankten sterben nach Angaben der Forscher an der Schweinegrippe.

Die Gruppe hatte den Ausbruch in Mexiko analysiert sowie frühe Daten der weltweiten Ausbreitung und die genetische Vielfalt der Viren betrachtet (Science, online vorab, Mai 2009). Demnach könnte der Ausbruch Mitte Februar im Dorf La Gloria im Bundesstaat Veracruz an der Ostküste Mexikos begonnen haben.

Zum Abstract der Originalpublikation "Pandemic Potential of a Strain of Influenza A (H1N1) : Early Findings"

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