Ärzte Zeitung online, 22.05.2009

Mexiko-Stadt hebt Grippe-Alarm auf

MEXIKO-STADT (dpa). Knapp einen Monat nach dem Ausbruch der Schweinegrippe hat Mexiko-Stadt den Gesundheitsalarm am Donnerstag wieder aufgehoben. Das habe ein Expertengremium aus Wissenschaftlern geraten, sagte Bürgermeister Marcelo Ebrard. "Das bedeutet, dass wir ab heute wieder hundertprozentig zur Normalität zurückkehren", sagte der Bürgermeister. Auch das Auswärtige Amt rät wegen der Schweinegrippe nicht mehr ausdrücklich vom Besuch Mexikos ab.

Am 23. April hatten die mexikanischen Behörden offiziell vor der Epidemie gewarnt und umfangreiche Schutzmaßnahmen wie die Schließung von Schulen angeordnet. Zeitweise waren die Menschen sogar aufgefordert worden, möglichst in ihren Häusern zu bleiben. Die Wirtschaft und vor allem die Tourismusbranche erlitten heftige Verluste.

Bisher wurden 3892 Fälle von Schweingrippe in ganz Mexiko festgestellt. Experten schlossen jedoch nicht aus, dass die Zahl der Infizierten wesentlich höher liegt. 78 Menschen starben an den Folgen der Erkrankung. Trotz der Entwarnung in der Hauptstadt erklärten die Behörden, die Grippe könne erst dann als vollständig überwunden gelten, wenn es innerhalb von 15 Tagen keine neuen Infektionen gebe. Bisher gibt es aber immer noch neue Fälle.

Weltweit ist die Zahl der Schweinegrippe-Fälle nach EU-Angaben auf mehr als 10 100 geklettert, davon über 290 in Europa. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat derzeit insgesamt 85 Todesfälle registriert. Der Krankheitsverlauf wird bei dem Virus aber als zumeist milde und überschaubar eingestuft.

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