Ärzte Zeitung online, 22.05.2009

Gewalt gegen Grippekranken in Argentinien

BUENOS AIRES (dpa). Ein Chilene mit Grippe-Symptomen ist in der argentinischen Stadt Mendoza von wütenden Bürgern angegriffen worden. Erst starke Polizeikräfte hätten den Mann und andere Passagiere eines Reisebusses aus Chile unter dem Einsatz von Gummigeschossen gegen die aufgebrachte Menge schützen können.

Sieben Menschen seien verletzt worden, berichteten nationale Medien am Freitag. Ein Radiosender hatte über die bevorstehende Ankunft des Verdachtsfalles berichtet. Darauf versammelten sich die Menschen bei dem Krankenhaus.

Als der Bus mit dem Mann und anderen Passagieren eintraf, bewarfen sie ihn mit Steinen schrien: "Schafft sie woanders hin" und "verschwindet". Ob der Mann überhaupt an der Schweinegrippe leidet, war nicht bekannt. Er war am Vortag lediglich mit Fieber an der Grenze angekommen. Bisher wurde in Argentinien erst ein Fall von Schweinegrippe nachgewiesen.

Unterdessen wurde in der peruanischen Hauptstadt Lima an 18 Privatschulen der Unterricht in den Abiturklassen wegen der Epidemie bis auf weiteres geschlossen. Zuvor hatten sich vermutlich mehrere Schüler dieser Klassen bei einer der traditionellen gemeinsamen Reisen zum Abschluss der Schulzeit angesteckt. Je reicher die Eltern der Schüler, desto exotischer sind die Ziele solcher Reisen. Dieses Jahr waren besonders viele Schüler in die Dominikanische Republik gereist. 13 der insgesamt 16 in Peru bestätigten Fälle standen mit diesen Reisen in Verbindung.

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