Ärzte Zeitung online, 22.05.2009

Schweinegrippe: WHO will Alarmplan überprüfen

GENF (dpa). Der Pandemie-Alarmplan der Weltgesundheitsorganisation WHO soll nach den jüngsten Entwicklungen bei der Schweinegrippe überprüft werden. "Wir denken über eine Anpassung der Kriterien nach, welche Art von Gradmessern (für die Alarmstufen) benötigt werden", sagte der amtierende WHO-Generaldirektor für Gesundheitssicherheit und Umwelt, Keiji Fukuda, am Freitag in Genf.

Ein neues Kriterium könnte etwa sein, welche Auswirkungen eine Änderung der Alarmstufe auf die Bevölkerung haben kann.

Gegenwärtig hält die WHO an der vorletzten Stufe 5 fest. Für die Höchststufe 6 gilt, dass das Virus außer auf dem amerikanischen Kontinent auch in einer anderen Region der Welt von Mensch zu Mensch übertragen wird. Das ist nach Ansicht der Gesundheitsorganisation derzeit nicht der Fall, jedoch gibt es Stimmen, die das anders sehen.

Bei der am Freitag in Genf beendeten Weltgesundheitsversammlung der WHO, dem höchsten Entscheidungsgremium der UN-Organisation, war eine Forderung nach Änderung und früher Benachrichtigung der Mitgliedstaaten laut geworden.

Fukuda ließ keinen Zweifel daran, dass sich das mutierte Schweinegerippe-Virus H1N1 weiter ausbreite. Bis Freitag hatte die über WHO 11 160 bestätigte Fälle in 42 Ländern mit 86 Toten. Fukuda berichtete, dass besonders die Zahl der im Labor geprüften Fälle die Wirklichkeit nicht mehr richtig wiedergäbe. Die Grippe breite sich in Wellen aus, einige Länder, wie etwa die USA, hätten aufgegeben, die Fälle der Infektionen zu zählen. Geprüft werde nur noch ein schwerer Krankheitsverlauf.

Die Laborkapazitäten reichten teilweise nicht mehr aus, um alle verdächtigen Fälle zu untersuchen, sagte Fukuda. Fest stehe, dass an dieser Grippe nur wenige Menschen stürben. "Wir wissen aber nicht, was künftig kommen wird." Eine Heraufstufung auf die Pandemie-Stufe 6 hätte auch Auswirkungen auf die Gesundheitssysteme oder die Produktion von Impfstoffen und könnte somit die Fürsorge bei anderen Krankheiten beeinflussen.

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Mexikanische Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »