Donnerstag, 21. August 2014
Ärzte Zeitung online, 12.01.2011

Schweinegrippe: Aktuelle Daten und Zahlen

Aktuelle Zahlen zur Schweinegrippe

© bitface / fotolia.com

NEU-ISENBURG (eb). Inzwischen - mit Beginn der Grippesaison - werden auch wieder Todesfälle im Zusammenhang mit der Schweinegrippe gemeldet. Noch gibt es keine offiziell bekannt gegebenen Zahlen von Behörden. Bislang sind nach Meldungen mindestens sechs Menschen in Deutschland an den Folgen einer H1N1-Infektion gestorben; ein weitere Mann aus Deutschland starb in Österreich.
Es lohnt sich immer noch, sich kombiniert gegen Influenza und H1N1 impfen zu lassen.

Zahlen zur Neuen Grippe (Schweinegrippe)


Letztes Update 12. Januar 2011
Zahl der Toten weltweit von März 2009 bis Oktober 2010: über 18.400

Zahl der gemeldeten Toten in EU und EFTA seit Dezember 2010: 

Länder Tote Insgesamt
Belgien
Bulgarien
Dänemark
Deutschland
Estland
Finnland
Frankreich
Griechenland
Großbritannien
Irland
Island
Italien
Lettland
Litauen
Luxemburg
Malta
Niederlande
Norwegen
Österreich
Polen
Portugal
Rumänien
Schweden
Schweiz
Slowakei
Slowenien
Spanien
Tschechische Republik
Ungarn
Zypern
0
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7
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0

 
Quelle: dpa


Anmerkungen: 
Wir generieren die Zahlen aus Daten der europäischen Behörde ECDC und des RKI.
Nach Angaben des RKI wurden bis Herbst 2010 mehr als 226.000 Infektionen und 258 an den Folgen Gestorbene in Deutschland gemeldet.
Weitere Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

|
[15.02.2011, 22:04:56]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Schweinegrippe": Noch mehr Daten und Zahlen - Aktuell
USA Ende 2010 knapp 311 Mio. Einwohner - 60 Mio. H1N1 Erkrankte geschätzt.
Deutschland 82 Mio. Einwohner in 2010 - 226.000 H1N1 Erkrankte geschätzt.
In den USA erkrankten gut 19% der Bevölkerung, in Deutschland nur 0,28% an A/H1N1-Infektionen. Achtundsechzig Mal häufiger in den USA als bei Uns? Doch mit hohen Erkrankungszahlen reduziert sich die Sterblichkeitsrate: Sterberate in den USA 0,02 %, in Deutschland 0,11 %, also bei uns 5,5 Mal höher!

Wie wurden die A/H1N1 Erkrankungszahlen in den USA geschätzt? Der "Morbidity and Mortality Weekly Report“ (MMWR 2011; 60 (2): 1) der „Centers for Disease Control and Prevention“ (CDC) berichtete über eine "repräsentative" Befragung von rund 220.000 Erwachsenen und 44.000 Kindern und Jugendlichen. Diese wurden nach Influenza-ähnlichen Erkrankungen (influenza-like illness, ILI) - mit Fieber und Husten oder Halsschmerzen telefonisch (!) befragt. Sie konnten mit dieser durchaus verbreiteten Symptomtrias die eindeutige Diagnose über den Telefonhörer vermelden. Die Ergebnisse wurden auf 311 Mio. Einwohner der USA hochgerechnet.

Bei uns besteht die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI), die über ärztliche "Meldepraxen" die "gefühlte" Rate der Häufigkeit akuter respiratorischer Erkrankung und den davon gemessenen Anteil von Influenzainfektionen spezifiziert, evaluiert und ggf. korrigiert. Die AGI berichtet online ihre Raten akuter respiratorischer Infektionen (ARI) an das Robert-Koch-Institut (RKI). Das RKI generiert aus ärztlichen Beobachtungs- und Erfahrungsdaten eine Flächenstatistik geschätzter Influenza- und sonstiger Atemwegserkrankungshäufigkeiten.
Eine Übersterblichkeit der Bevölkerung in den kälteren Wintermonaten wird generell der Influenzaverursachung zugerechnet.

Mit freundlichen, kollegialen Grüßen, Dr. med. T. G. Schätzler, FAfAM DO
 zum Beitrag »
[28.12.2009, 15:27:44]
Dr. Ludwig Rogg 
Totaler Zahlen-Schwachsinn!
Muß die Bundesregierung jetzt den zuviel bestellten Impfstoff nach Afrika über das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit verhöckern? Es wäre viel vernünftiger 14 Millionen Euro an Hilfsorganisationen zu überweisen, die nachweislich hungernden Kindern
helfen!! Wird denn eine noch immer dümmere Politik gemacht?
Dr. L.Rogg zum Beitrag »
[24.12.2009, 11:55:32]
Dr. Frank Berndt 
Unwort des Jahres: "Schweinegrippe"
Nirgendwo findet man die Quoten der in den einzelnen Bundesländern tatsächlich gegen "Schweinegrippe" Geimpten - Zufall oder Politikum??  zum Beitrag »
[23.11.2009, 13:48:02]
Annette Mende 
Schweinegrippe Nennerproblem
Per Mail erreichte uns folgender Leserkommentar von Dr. Martin P. Wedig:

"Für die 47. Kalenderwoche errechnet sich nach ihrer Veröffentlichung eine Sterbequote von 0.05% (BRD 31/53.957). Die Sterbequote sank von der Herdletalität 3% über den für die Einleitung von Empfehlungen wesentlichen Wert von 0,5% fortlaufend. Leserbriefe reflektieren einen Anstieg der Inzidenz nach Änderung der Meldepflicht. Die Zunahme an Neuerkrankungen ist plausibel nach der von Mikolajczyk mit Deutschen Ärzteblatt 47/2009 verönffentlichten Modellierung mit einer Übertragungsrate von 2.5 ab dem Auftreten von Influenza in der Bundesrepublik Deutschland.
Die an der Sterbequote zu bemessene Gefährlichkeit von Influenza
H1N1/2009 ist derzeit gering. Ohne Registrierung der Inzidenz mit Ersatzverfahren, geht die Bemessung des Sterberisikos verloren.

Mit freundlichen Grüßen Martin P. Wedig" zum Beitrag »
[19.11.2009, 19:28:58]
Carsten Gerdesmeyer  cargerd@hotmail.de
h1n1
Nach Änderung der Meldepflicht seit Montag (nur noch Todesfälle sind zu melden) hat es in unserer Praxis einen erheblichen Sprung an Neuinfektionen gegeben. Da diese statistisch nicht erfasst werden, werden sich in Zukunft die offiziellen Zahlen der Neuinfektionen wohl umgekehrt proportional zur Realität verhalten.
 zum Beitrag »
[18.11.2009, 08:26:42]
Wilfried Soddemann 
H1N1 Meldepflicht
Auch die positiven Ergebnisse von Influenza-Schnelltesten sind nach dem Infektionsschutzgesetz von den Ärzten dem Gesundheitsamt zu melden.

MfG Wilfried Soddemann
soddemann-aachen@t-online.de zum Beitrag »
[10.11.2009, 13:53:38]
Gabriele Wagner 
Zahlenschwankungen
Sehr geehrter Herr Kollege Tornieporth,

danke für Ihren Hinweis. Ich nehme Ihren Hinweis zum Anlass, unter dem fortlaufend aktualisierten Artikel zu erläutern, wie es zu den Schwankungen kommt.

Wir generieren die Daten vor allem von der europäischen Behörde ECDC, dem RKI, aber auch der WHO sowie nationalen und internationalen Behörden und Nachrichtenagenturen.

Die Schwankungen – vor allem nach unten – ergeben sich aus dem Umstand, dass gemeldete Zahlen manchmal später wieder nach unten korrigiert werden, etwa wenn virologische Untersuchungen keine H1N1-Infektion bestätigen.


Die Zahlen-Abweichungen - besonders nach oben - etwa von denen des RKI oder ECDC – ergeben sich, weil das RKI in der Regel derzeit ein bis zweimal wöchentlich aktualisiert, die ECDC nicht übers Wochenende, aber ständig neue Zahlen von Gesundheitsbehörden herein kommen.

Und leider kommt es auch mal zu einer iatrogenen Schwankung - heute hatte ich mich beim Zusammenzählen geirrt. Ich bitte um Entschuldigung und danke Ihnen und allen Lesern für die wachsamen Augen.

Beste Grüße
Gabriele Wagner, Ärztin
Ressortleiterin Newsroom / Online
 zum Beitrag »
[10.11.2009, 11:27:14]
Arne Tornieporth 
Datenqualität
Stand 9. November, 18:00 Uhr hatten Sie weltweit eine Zahl von 6521 Toten veröffentlicht. Stand 10. November, 08:50 Uhr sind es weltweit nun "nur" 6433 Tote. Addiere ich die Zahlen komme ich Stand 10.11.2009, 08:50 Uhr auf 6033 Tote weltweit. Woher kommen diese Schwankungen? Was ist die Datenbasis?
Mit freundlichen Grüßen,
Arne Tornieporth zum Beitrag »
[10.11.2009, 10:00:39]
Gabriele Wagner 
Hoffnung auf Einsicht
Auf den Kommentar von Professor von Loewenich hat Dr. Jan Leidel, Mitglied der STIKO, im Forum Schweinegrippe geantwortet:

Sehr geehrter Herr Professor von Loewenich,

ich habe die Hoffnung auf Einsicht bei den meisten Menschen noch nicht aufgegeben. Vielleicht hilft ja ein aufklärendes, an die Verantwortung des Personals gegenüber den Patientinnen erinnerndes Gespräch in vielen Fällen doch.

In NRW wird der Gesundheitsminister auf den Rat einer Expertengruppe hin ein Schreiben an alle Kliniken und andere medizinische Einrichtungen richten, in dem nochmals an eben diese verantwortung erinnert wird: "Ich halte das insbesondere aus Gründen der Verantwortung nicht nur gegenüber der eigenen Person, sondern gerade auch gegenüber den Patientinnen, Patienten sowie den Pflege- und Hilfebedürftigen in Krankenhäusern und sonstigen stationären Einrichtungen für unvertretbar." Und abschließend schreibt der Minister: "Es kann persönliche Gründe geben, die gegen eine Impfung sprechen. Dann muss medizinisches Personal, das nicht geimpft ist, verpflichtet werden, bei der Ausübung seines Dienstes besondere persönliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen."

Sicher kontraproduktiv wäre es, medizinische Einrichtungen, gerade in einer derartigen Situation, in der ja viele von ihnen in besonderem Maße benötigt werden, zu schließen.

Mit freundlichen Grüßen
J. Leidel
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[06.11.2009, 18:16:38]
Prof. Dr. Volker von Loewenich 
Schweinegrippe und Hebammen
Wie soll man verfahren, wenn sich Hebammen eines Krankenhauses nicht impfen lassen?
Kreiss-Saal schließen? Mundschutz verordnen?
Was tun, wenn auf der Wöchnerinnen-Station eine Wöchnerin nachweislich Schweinegrippe hatte und die Pflegerinnen alle nicht geimpft sind? Abteilung schließen? zum Beitrag »

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