Ärzte Zeitung online, 10.06.2009

Experte erwartet Schweinegrippe-Welle im Winter

ROSTOCK (dpa). Der Rostocker Tropenmediziner Professor Emil Reisinger hält das Auftreten von Einzelfällen der Schweinegrippe wie derzeit in Deutschland nicht für dramatisch. Er rechne jedoch mit einer Zunahme der Fälle im Winter.

"Wenn es kalt wird, ist eine neue Welle zu erwarten", sagte er am Mittwoch der dpa. Die Übertragung des Virus gehe in der kalten Jahreszeit leichter. Er warnte zugleich vor Überreaktionen. "Jede Grippe hat ein gewisses Risiko, daran zu versterben", sagte Reisinger. Dieses Risiko sei bei anderen Grippevarianten aber größer als bei der Schweinegrippe.

Auch die Grippestämme im vergangenen Winter seien gefährlicher gewesen. Er und seine Kollegen an der Rostocker Universität seien an der Entwicklung eines Impfstoffes beteiligt, der noch vor dem Winter zur Verfügung stehen solle. „Wir hoffen, dann einen Impfstoff zu haben“, sagte der Medizinprofessor. Derzeit werde das im Labor entwickelte Mittel an Freiwilligen getestet. Mit ihrer Teilnahme an den Tests begäben sich diese Menschen nicht in Gefahr: „Die Grippe-Impfstoffe sind relativ sicher“, sagte Reisinger. Jedes Jahr würden neue Stoffe entwickelt. Auch wenn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihre höchste Alarmstufe für eine Pandemie, also eine sich weltweit ausbreitende ansteckende Krankheit, ausrufen sollte, hält Reisinger die Gefahren für die Menschen hierzulande für begrenzt. „Aus heutiger Sicht sollte in Europa nicht überreagiert werden.“

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