Ärzte Zeitung online, 11.06.2009

Pandemie-Ausrufung ändert wenig in Deutschland

BERLIN (dpa). Trotz der Hochstufung der Schweinegrippe zu einer Pandemie wird sich in Deutschland nach Auskunft des Robert Koch-Instituts (RKI) zunächst nichts Wesentliches ändern. In Deutschland gebe es bereits jetzt die von der WHO in der höchsten Pandemie-Alarmphase 6 geforderten Strukturen und Expertengespräche, sagte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher.

Auch Bund und Länder stimmten sich bereits regelmäßig ab.

Der Pandemieplan der WHO gebe naturgemäß nur grobe Leitlinien vor. "Was im Einzelnen sinnvoll ist, muss jeder Staat für sich entscheiden", sagte Glasmacher in Berlin. "Im Moment haben wir eine Situation, in der wir eine überschaubare Zahl von Erkrankungen haben." Wahrscheinlich werde sich daher in Deutschland auch trotz des Ausbruchs der Schweinegrippe in einer Schule in Düsseldorf vorerst nichts Nennenswertes ändern. Man müsse aber weiter wachsam sein und alles bereitstellen, um bei jedem neuen Falls rasch einschreiten zu können.

Die Stufe 6 des Pandemie-Alarmplans sei zuvor noch nie ausgerufen worden. Der Plan gelte nur für neue Erreger und nicht für die gewöhnliche Grippewelle. Bei der vorigen Grippepandemie im Jahr 1968 habe es den WHO-Plan noch nicht gegeben.

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Mexikanische Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »