Ärzte Zeitung online, 17.06.2009

Australien gibt bei Schweinegrippe Entwarnung

SYDNEY(dpa). Australien hat eine Woche nach Ausrufung der Schweinegrippe-Pandemie Entwarnung gegeben. Menschen mit nur leichten Grippesymptomen werden nicht mehr auf das H1N1-Virus getestet und Erkrankte nicht mehr generell unter Quarantäne gestellt. Das teilte Gesundheitsministerin Nicola Roxon am Mittwoch mit.

Die fortgesetzte Übertragung der Grippe von Mensch zu Mensch in Australien war für die Weltgesundheitsorganisation WHO vergangene Woche einer der Auslöser für die Ausrufung der höchsten Pandemie-Alarmstufe. Auf dem Kontinent wurden bislang 2026 Fälle gemeldet.

"Das Virus ist moderat, insofern sollten Massenansammlungen, Sportveranstaltungen und Reisen nicht mehr eingeschränkt werden", sagte Roxon. Die Behörden bauen die Infrarot-Scanner, die Menschen mit Fieber an Flughäfen aufspüren sollten, wieder ab. Schulen werden nicht mehr geschlossen, weil ein Schüler an Schweinegrippe erkrankt. Die Gesundheitsbehörde rät Ärzten, Grippemittel wie Tamiflu® nur noch in Ausnahmefällen zu verschreiben. "Es ist eine Tatsache, dass jeder mit milden Symptomen sehr schnell über die Grippe hinwegkommt, ob solche Medikamente eingesetzt werden oder nicht", sagte der medizinische Direktor des Ministeriums, Jim Bishop.

Ärzte sollten sich bei der Schweinegrippe vor allem auf schwer Erkrankte konzentrieren oder auf solche Patienten, die Vorerkrankungen haben wie Herzleiden, Diabetes, extremes Übergewicht oder Immunschwäche.

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