Ärzte Zeitung, 03.07.2009

Pandemie-Maßnahmen in Deutschland greifen

Auch Arztpraxen sollen konkrete Pläne gegen Schweinegrippe erstellen

BERLIN (hub). Schnelle und konsequente Infektionsschutzmaßnahmen verhindern eine Ausbreitung des neuen H1N1-Virus effektiv. Diese Bilanz zieht das Robert Koch-Institut (RKI) in seiner Auswertung des Schweinegrippe-Ausbruchs an der Japanischen Schule in Düsseldorf.

Forscher mit Schutzanzug in einem Hochsicherheitslabor.

Foto: James Gathany, CDC

Anfang Juni hatten nach einer Klassenfahrt Schüler grippeähnliche Symptome. Schnell wurde das neue H1N1-Virus nachgewiesen. Der Schulträger entschloss sich, den Schulbetrieb einzustellen, betroffene Personen wurden häuslich isoliert. Durch die schnellen und konsequenten Maßnahmen sei eine Ausbreitung der Schweinegrippe sowohl in der japanischen Gemeinde Düsseldorfs als auch darüber hinaus verhindert worden, bilanziert das RKI (Epid Bull 26, 2009, 252).

Das Beispiel verdeutlicht, wie wichtig es ist, über das Virus, die Erkrankung und entsprechende Schutzmaßnahmen informiert zu sein. In den deutschen Influenza-Pandemieplänen haben Gesundheitsämter und niedergelassene Ärzte eine Schlüsselrolle. Da die Erkrankungen noch milde verlaufen, ist noch Zeit zur Vorbereitung.

Unterdessen verbreitet sich das neue H1N1-Virus weltweit weiter. Die USA schätzen ihre Erkrankungszahlen auf eine Million. In Argentinien sind in kurzer Zeit weit über 40 Menschen am Virus gestorben. WHO-Generaldirektorin Dr. Margaret Chan hatte bereits am 11. Juni - als die Pandemiestufe 6 ausgerufen wurde - gewarnt, das Virus könne sich in Ländern mit nicht so weit entwickelten Gesundheitssystemen anders verhalten als bisher.

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