Ärzte Zeitung, 06.07.2009

Kommentar

Jetzt einüben: richtig niesen

Von Michael Hubert

"Haatschiii" macht der Nachbar. Die Reaktion ist bei uns meist ein "Gesundheit!". In anderen Ländern herrschen andere Sitten. Da sagt der Niesende "Entschuldigung!" In dem Verhalten schwingt zumindest unbewusst mit, dass der Nieser seine Mitmenschen einem Infektionsrisiko aussetzt.

Die logische Konsequenz wäre, so zu niesen oder zu husten, dass andere kaum angesteckt werden. Das geht ganz einfach: In die Armbeuge niesen oder den Mund mit einem Tuch bedecken. Dieses Verhalten muss im Hinblick auf die Influenza-Pandemie jetzt eingeübt werden. Praxischefs sollten mit gutem Beispiel vorangehen und "richtig" niesen und husten - und darauf hinweisen, wenn Mitarbeiter es falsch machen. In den USA läuft dazu sogar eine große Kampagne: "Cover your Cough". Und: Auf Fehler hinzuweisen ist nicht unhöflich! Unhöflich ist es, andere eventuell anzustecken.

Alles was jetzt an Vorbereitung auf die Pandemie versäumt wird, lässt sich nicht nachholen, sollte sich das Virus verändern und gefährlicher werden. Dazu gehört, schon jetzt Patienten mit Schweinegrippe-Verdacht ernst zu nehmen und nicht wegzuschicken, wie in Hannover geschehen. Auch wenn die Erkrankung noch meist milde verläuft, das muss nicht so bleiben.

Lesen Sie dazu auch:
Schweinegrippe: Klinik testete Patientin trotz Hinweisen nicht

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Mexikanische Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »