Ärzte Zeitung online, 09.07.2009

Schweinegrippe: Frankreich will 700 Millionen für Impfdosen ausgeben

PARIS (dpa). Frankreich rüstet sich im Kampf gegen die Schweinegrippe und kauft für die komplette Bevölkerung Impfstoff. Das zuständige Krisenzentrum entschied, für 700 Millionen Euro rund 100 Millionen Impfdosen zu bestellen.

Entsprechende Aufträge sollten an die vier Pharmakonzerne Sanofi-Aventis, GlaxoSmithKline, Novartis und Baxter gehen, wie die französische Tageszeitung "Le Parisien" (Donnerstagsausgabe) berichtet. Das Geld für den Impfstoff soll aus der Staatskasse und der Sozialversicherung abgezweigt werden.

In Frankreich sind bislang mehr als 400 Schweinegrippe-Fälle registriert worden. Zuletzt mussten zwei Schulen in Paris geschlossen werden, weil bei mehreren Schülern das Virus nachgewiesen wurde. Um einen optimalen Schutz gegen die Grippe sicherzustellen, soll jeder Franzose zwei Impfdosen erhalten.

Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation PAG kritisierte in der vergangenen Woche zum Abschluss der internationalen Grippekonferenz im mexikanischen Cancún das Verhalten der reichen Länder. Sie hätten sich bereits bis zu 80 Prozent der künftigen Produktion an Impfdosen gegen Schweinegrippe gesichert. Bestenfalls könnten die Entwicklungsländer 20 Prozent der Impfdosen erhalten.

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Mexikanische Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »