Ärzte Zeitung online, 13.07.2009

Baby von Schweinegrippe-Opfer wegen Arztfehlers in Spanien gestorben

MADRID (dpa). Zwei Wochen nach dem Tod der ersten Schweinegrippe-Patientin in Spanien ist am Montag deren Baby gestorben. Der kleine Junge, der sich nicht mit dem H1N1-Virus infiziert hatte, wurde Opfer eines Arztfehlers, wie die Behörden in Madrid mitteilten.

Dem kleinen Rayan wurde ein Nahrungsmittelzusatz in die Venen gespritzt, der eigentlich über eine Magensonde hätte verabreicht werden müssen. "Es war ein fürchterlicher Irrtum", sagte der Direktor des Gregorio-Marañón-Krankenhauses, Dr. Antonio Barba Ruiz. "Dafür gibt es keine Entschuldigung." Die Behörden leiteten eine Ermittlung ein.

Die 20 Jahre alte Mutter, Dalilah Mimouni, war Ende Juni an den Folgen der Schweinegrippe gestorben. Den Ärzten war es zuvor gelungen, das Kind der im siebten Monat schwangeren Marokkanerin per Kaiserschnitt auf die Welt zu holen. Die Untersuchungen ergaben, dass der Junge von dem Virus verschont geblieben war. Er hatte sich seither gut entwickelt, wie es hieß.

Außer Mimouni ist in Spanien bislang ein 41 Jahre alter Mann auf der Kanaren-Insel Gran Canaria an der Schweinegrippe gestorben.

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