Ärzte Zeitung, 21.07.2009

Foto GSK, www.fotolia.de

Schweinegrippe - Ärzte sehen keinen Grund zur Panik

Dennoch Vorsichtsmaßnahmen in vielen Praxen

NEU-ISENBURG (eb). Trotz der höchsten Pandemiewarnstufe der WHO stehen Ärzte der Schweinegrippe gelassen gegenüber. Für Panik bestehe momentan überhaupt kein Anlass, sagen viele Praxischefs.

Bei einer Blitz-Umfrage der "Ärzte Zeitung" wiesen fast alle Niedergelassenen auf die bisher meist moderat verlaufenen Erkrankungen hin.

Ob die Schweinegrippe tatsächlich gefährlicher sei als die normale saisonale Grippe, sei noch nicht erwiesen. Massenhysterie oder Panikmache, wie sie vereinzelt geschürt werden, seien damit nicht am Platze. "Wir sollten gelassener reagieren", sagt beispielsweise Allgemeinarzt Michael Andor aus dem hessischen Groß-Gerau.

Die jüngsten Praxisschließungen in Niedersachsen (wir berichteten) bewerten die Kollegen fast unisono als Überreaktion des Gesundheitsamtes. Der Schutz vor einer H1N1-Infektion in der eigenen Praxis fällt unterschiedlich aus. Viele Ärzte bevorraten Mundschutz und Neuraminidasehemmer. Andere haben auch einen Notfallplan für die Praxis erarbeitet.

Unterdessen sorgten Fälle, in denen sich H1N1-Viren resistent gegen Neuraminidasehemmer zeigten, für einige Besorgnis in der Öffentlichkeit. Diesbezüglich gab aber das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) Entwarnung. Ein Alarmzeichen sei das nicht, da Resistenzen sich bislang auf Einzelfälle beschränkten, sagte Dr. Michael Pfleiderer vom PEI.

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Mexikanische Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Weder Panik noch Sorglosigkeit

Lesen Sie dazu auch:
Ärzte sehen viel Hysterie im Umgang mit der Schweinegrippe
Resistenzen bei H1N1/09 Schweinegrippe bisher kein Problem

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »